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Die Tagesmütter Sandra Gahlen und Diana Arthurs lieben ihren Job! Auf dem Bild fehlt Claudia Schulz.

Haard-Zwerge erobern den Wald

Kinderbetreuung in der Natur

MARL - Seit drei Jahren werden auf dem Gelände der LWL-Klinik Kinder unter drei Jahren betreut.

Morgens um 8.30 Uhr macht sich Tagesmutter Sandra Gahlen mit neun Haard-Zwergen auf den Weg in den Wald auf dem Gelände der Marler Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hand in Hand tippelt die fröhliche kleine Gruppe über die Wiese und entlockt dabei so manchem Klinikmitarbeiter ein Lächeln. Seit einem Jahr gibt es die Großtagespflege von Sandra Gahlen, Claudia Schulz und ihrer Kollegin Diana Arthurs für Kinder unter drei Jahren bereits an der Halterner Straße 525. Eine Mitarbeiterin, deren kleiner Sohn bei Sandra Gahlen in der Betreuung war, hatte ihr den Vorschlag gemacht, mit ihrem Angebot auf das Klinikareal zu ziehen. „Das war eine meiner besten Entscheidungen“, so die 43-Jährige. Die Marlerin suchte sich mit Claudia Schulz eine engagierte Mitstreiterin. Von der Klinikleitung erhielten die beiden Tagesmütter schnell grünes Licht und eine Menge Unterstützung.

Aus zwei Mitarbeiterwohnungen wurden flugs kinderfreundliche Räume geschaffen, die sowohl Platz zum Spielen und Toben als auch zum Essen und für ein ungestörtes Mittagsschläfchen bieten. „Aber drinnen sind wir eigentlich wenig“, erklärt Claudia Schulz das Betreuungskonzept: „Kinder unter drei Jahren haben einen großen Bewegungsdrang. Dafür haben wir hier in der Natur das perfekte Umfeld.“

Bei gutem Wetter immer an der frischen Luft

Sandra Gahlen ergänzt: „Wir gehen an die frische Luft, sobald es das Wetter zulässt.“ Es dauert nur fünf Minuten, dann können die Kinder schon Esel Friedemann, seine Eselfreundin Marta und die anderen Tiere am klinikeigenen Tiergehege beobachten. Und manchmal kommt ihnen auf dem Weg dorthin ein Schäfchen auf seinem Spaziergang mit Patienten entgegen. Wo findet man so etwas in der Stadt? Natürlich verbringen die Haard-Zwerge viel Zeit im Wald, sammeln Blätter oder beobachten Käfer. „Anfangs gab es schon einige Bedenken der Eltern, ob eine Kinderbetreuung auf dem Gelände einer Kinder- und Jugendpsychiatrie so eine gute Idee ist“, erinnert sich Schulze. Schließlich leben hier ja auch junge Menschen mit schwerwiegenden psychischen Problemen. „Aber sobald die ,Bedenkenträger‘ uns hier besuchen und das Leben auf dem Klinikgelände mitbekommen, lösen sich diese Sorgen schnell in Nichts auf“, so Sandra Gahlen. Anmeldungen nimmt das Marler Jugendamt jeweils im August an, sofern es freie Plätze gibt.

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