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„Nicht akzeptabel“ – In der Bewertung des Bahnhofs Marl-Hamm sind sich Fahrgäste und Prüfer einig. Besonders abschreckend ist der seit Monaten mit Brettern verrammelte Aufzug.

Aufzug verrammelt, Regenschutz fehlt

Bahnhof in Marl-Hamm fällt bei Prüfern durch

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MARL - Der Bahnhof in Hamm hat von Prüfern des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) schlechte Noten bekommen - vor allem wegen der Graffiti. Ein Besuch unserer Redaktion offenbarte noch andere Mängel: Der Aufzug ist mit Brettern verrammelt, die Fahrgäste müssen Treppen steigen.

Auf ihrer Homepage verspricht die Deutsche Bahn AG einen stufenfreien Zugang zum Bahnhof Marl-Hamm. Doch bereits im Oktober hatte sie den defekten Aufzug stillgelegt, um ihn durch einen neuen zu ersetzen. „Auch der Fahrkartenautomat fällt relativ häufig aus“, berichtet Anwohner Wolfgang Preußner.

Wenn die Fahrgäste sich bei Regen unterstellen, werden sie nass: Die Plexiglas-Rückwand des Wartestands fehlt, sie wurde offenbar herausgerissen. Platz nehmen dürfen die Wartenden auf Sitzen mit teils rostigen Eisengittern. Von fünf Sitzen wurden die Holzplatten abgerissen. „Was hier an Vandalismus passiert, ist Wahnsinn“, sagt Wolfgang Preußner, der meistens mit der Bahn zur Arbeit fährt. Ein Haltepunkt, an dem sich die Fahrgäste gern aufhalten, sieht anders aus.

"Nicht akzeptabel"

Wen wundert es, dass der Bahnhof Marl-Hamm durchfiel, als Profi-Tester des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) die Qualität von 296 Haltepunkten checkten. Als einer von drei Bahnhöfen erhielt der Haltepunkt Hamm im jährlichen Stationsbericht des VRR die Bewertung „nicht akzeptabel“. Die Prüfer arbeiten mit einem Ampelsystem. Sauberkeit und Funktion wurden mit Gelb bewertet, die durch Graffiti besprühten Wände mit Rot.

Der neue Aufzug soll Ende April in Betrieb genommen werden, sagt ein Bahnsprecher. Für Verzögerungen sei der Hersteller verantwortlich. Ein Regenschutz für das Wartehäuschen ist nicht in Sicht. „Nach unserer Erfahrung ist das Wetterschutzhaus nach der Reparatur in kurzer Zeit wieder beschädigt“, sagt der Bahnsprecher: „Im Moment werden wir es deshalb nicht wieder erneuern." Im letzten Jahr gab es an Bahnhöfen in NRW Schäden in Höhe von 2,8 Millionen Euro durch Vandalismus und Graffiti, ergänzt der Sprecher.

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