Bergaufsicht sieht keine Gefahr

Initiative misst hohe Radioaktivität an der Halde

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MARL - Messungen am Auslauf der Halde Brinkfortsheide beunruhigen die Bürgerinitiative in Hamm. Sie hat dort mit dem Geigerzähler hohe Radioaktivitäts-Werte registriert. Mit 4,38 Mikrosievert (µSv) pro Stunde wird nach ihren Rechnungen der zulässige Grenzwert von 1 Millisievert (mSv) pro Jahr um das 38-fache überschritten.

Die Bergaufsicht hält diese Hochrechnung für unzulässig. Niemand setze sich 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang an eine Betonrinne, sagt Andreas Nörthen, Experte für Bergaufsicht und Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Er schließt eine Gefahr für die Anwohner aus: Die Radioaktivität im Umfeld der Halde sei „nach allen Messwerten, die wir haben, völlig unbedenklich“, erklärt Nörthen auf Nachfrage unserer Redaktion: „Es gibt keinen Anlass zur Besorgnis.“

Seit langem sei bekannt, dass das Salz Bariumsulfat die natürlich gespeicherte Radioaktivität des Kohlegesteins bindet und Radium „sammelt“. Es gebe regelmäßig Messungen zu Radioaktivität in Grubenwässern. Vor Jahren wurde auch an der Halde Brinkfortsheide gemessen, ergänzt der Experte. Dabei seien aber keinesfalls solche hohen Werte herausgekommen, wie sie die Bürgerinitiative jetzt präsentiert.

Trotzdem will die Bergaufsicht in den nächsten Tagen zur Kontrolle an der Halde messen: „Wir wollen eine sichere, vernünftige Datenbasis“, sagt Andreas Nörthen. „Vielleicht gab es durch Sickerungsprozesse oder Ablagerungen eine Anreicherung. Das ist aber keine Belastung, die bei den Anwohnern ankommt.“

"Die Abdichtung funktioniert nicht"

Freddy Schoknecht von der Bürgerinitiative Marl-Hamm warnt dagegen: „Wenn die Bergaufsicht sagt, dass die Halde radiologisch nicht überwacht werden muss, ist das nicht richtig. Die Basisabdichtung funktioniert nicht.“ Dringend, so Schoknecht, sollten die Behörden prüfen, wie stark Anwohner des Bachufers und der Kleingartenanlage Am Silvertbach belastet sind.

Das tun sie längst, sagt RAG-Sprecher Christof Beike, der die Aufregung nicht versteht: „Die Einleitungen von Grubenwasser in Gewässer werden auch auf natürliche Radioaktivität (...) überwacht. Eine Gefährdung für den Menschen und die Natur besteht nicht. Regelmäßig werden zur Überprüfung externe Gutachter eingeschaltet. Diese bestätigen die Einschätzung.“

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