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Schlacke wird auf einem Containerplatz der AGR angeliefert. Auch in Marl sollen Schlacke und Rostasche aus Haushaltsabfällen auf einer Deponie entsorgt werden.

Rostasche soll auf die Halde kommen

"Von Giftmülldeponie war nie die Rede"

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MARL - In sozialen Netzwerken kursieren noch immer Horrormeldungen von einer Giftmülldeponie für Marl. Dr. Jürgen Fröhlich, Sprecher des Entsorgers DAH¹, stellt klar: Auf der Halde Brinkfortsheide Erweiterung ist eine sogenannte DK I-Deponie (für nicht gefährliche Abfälle) vorgesehen.

Bekanntlich plant die Stadt auf der Halde Brinkfortsheide eine Erholungslandschaft im Rahmen der Internationalen Gartenschau (IGA). Die DAH¹, ein Gemeinschaftsunternehmen von RAG Montan Immobilien und AGR (Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet), will auf der benachbarten Halde Brinkfortsheide Erweiterung die Deponie errichten. „Wir sehen die IGA-Pläne nicht kritisch. Beides ist möglich“, sagt DAH¹-Sprecher Dr. Jürgen Fröhlich.

Nach aktuellen Plänen will die DAH¹ auf der Halde 80 Prozent Schlacke oder Rostasche aus verbranntem Hausmüll abladen, weitere 20 Prozent Bauschutt – Beton, Fliesen, Ziegel, Keramik und jede Menge Steine. Nach Berechnungen der DAH¹ werden 67 Lkw pro Tag und 7 Lkw pro Stunde den Müll durch Hüls und Hamm transportieren.

Fröhlich betont, Baustellenabfälle aus dem Rückbau von Atomkraftwerken sollen nicht auf die Marler Deponie kommen. Darauf verzichte die DAH¹ ausdrücklich. Nach 15 Jahren könne die ruhende Deponie rekultiviert werden.

Laufzeit von 15 Jahren

Aus Sicht von Jürgen Fröhlich gibt es keine Alternative zu neuen Deponien. In Nordrhein-Westfalen sei die Entsorgung nicht gefährlicher Abfälle nur noch sieben Jahre lang gesichert. Allein aus Marl habe die AGR in den letzten 50 Jahren 1,2 Millionen Tonnen Hausmüll entsorgt.

6 bis 6,5 Millionen Tonnen Müll will die DAH¹ auf der Deponie lagern – für eine Laufzeit von 15 Jahren. Teile der Deponie könnten schon nach drei bis fünf Jahren rekultiviert werden. Dort könnten Wanderwege oder Naturlehrpfade entstehen, Wind- oder Fotovoltaikanlagen aufgestellt werden.

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