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epa04829240 A police officer stands outside Parliament during a minute of silence in London, Britain, 03 July 2015. A minute of silence was held in the aftermath of the terrorist attack that killed 38 foreign tourists in the Tunisian resort of Sousse. EPA/WILL OLIVER +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

"Nicht vom Terror einschüchtern lassen"

Schülerfahrten in Europas Metropolen finden statt

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MARL - Marler Schulleiter wollen sich nicht von Terrorangst anstecken lassen: Fast alle geplanten Schülerfahrten in Europas Metropolen finden statt. Nur das Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG) hatte im Januar seine Paris-Fahrt abgesagt – in Absprache mit den Eltern.

„Weil in Frankreich der Ausnahmezustand gilt, sind viele Einrichtungen gesperrt. Die Schüler hätten sie nicht besuchen können“, begründet Dorothee Schlüter die Entscheidung. Üblicherweise fahren ASGSG-Schüler, die Französisch lernen, einmal jährlich für ein Wochenende nach Paris. Andere Fahrten sagte die Schule nicht ab: Zu Ostern fuhr der Jahrgang 10 nach Madrid, im September fährt ein Leistungskurs der Stufe 12 nach Berlin.

Willy-Brandt-Schüler kehrten in der letzten Woche aus dem englischen Colchester zurück. Von dort machten sie einen Abstecher nach London. Die Entscheidung, diese Fahrt trotz des Londoner Terroranschlags im März nicht abzusagen, machte sich Schulleiter Theo Sylla nicht leicht: „Wir wollen weltoffene Schüler und kulturellen Austausch. Aber wir haben das Risiko minimiert, das Programm geändert. Statt in die Londoner Innenstadt fuhren die Schüler über die Themse und nach Canterbury.“ Immer wieder informiere sich die Schule, wie das Auswärtige Amt die Lage einschätzt. Im Juli steht eine Barcelona-Fahrt der Jahrgangsstufe 12 an. Theo Sylla: „Absolute Sicherheit gibt es nicht. Sonst müssten wir alles einstampfen.“

Verständnis für jeden, der Angst hat

Einmal im Jahr fahren Martin-Luther-King-Schüler nach London. „Für Kollegen und Schüler ist das ist immer ein Event“, sagt Brigitte Parras. Die Schulleiterin hat zwar „Verständnis für jeden, der jetzt Angst hat“. Dennoch halte die Schule an der Tradition fest: „Sich eingeschüchtert zu zeigen, kann nicht unser Erziehungsauftrag sein“. Vom Kollegium werde sie in dieser Meinung unterstützt. Die Schule akzeptiere es aber, wenn Eltern angesichts von Terrorgefahren ihre Kinder nicht mitfahren ließen. Parras: „Das ist bei uns erst einmal vorgekommen und dann konnten wir aber doch noch die Eltern überzeugen.“

Schüler der Oberstufe des Gymnasiums im Loekamp steuern in diesem Jahr mit London und Prag zwei europäische Metropolen an. „Wir werden diese Fahrten auch durchführen“, sagt Direktor Joachim Posanski. Anfragen besorgter Eltern seien ihm noch nicht zugetragen worden. Für ihn steht fest: „Man darf sich nicht von diffusen Ängsten anstecken lassen. Wir würden aber reagieren, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aussprechen würde.“

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