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Ein zurückgelassenes Fahrzeug, das die Täter nach dem Rauberfall im März 2011 in ihre Gewalt brachten. 

Prozess unter Polizeischutz

Nach brutalem Juwelier-Überfall: Angeklagter weist Schuld von sich - Aus mehreren Gründen

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Nach dem Überfall auf einen Marler Juwelier flohen die Täter im März 2011 mit mehreren erbeuteten Autos aus Marl. Ein Verdächtigter sitzt nach seiner Auslieferung von Spanien jetzt unter Polizeischutz in Essen vor Gericht.

Unter Polizeischutz begann in Essen heute der Prozess gegen einen weiteren mutmaßlichen Täter der sogenannten Pink-Panther-Bande. Der Angeklagte (31) soll 2011 am Überfall auf das Juweliergeschäft Brinkforth in Hüls beteiligt gewesen sein. Zum Auftakt bestritt er den Vorwurf. Der Angeklagte wurde von Spanien ausgeliefert, wo er bereits wegen eines anderen Überfalls zu sechs Jahren Haft verurteilt wurde. Einen Teil der Strafe saß er bereits ab.

Durch DNA-Spuren von Spanien nach Marl

Dass er sich nun auch für den Brinkforth-Überfall vor Gericht verantworten muss, hat mit zwei DNA-Spuren zu tun – eine an einer serbischen Postbotenjacke, eine an Handschuhen. Beide Kleidungsstücke waren nach der Tat vom 13. März 2011 sichergestellt worden. Die Täter wechselten auf ihrer Flucht nicht nur mehrfach das Auto, sondern entledigten sich offenbar auch ihrer Tatkleidung.

Angeklagter bestreitet Überfall-Vorwürfe

Ein Geständnis verweigerte der 31-Jährige. Im Gegenteil: „Er war 2011 nicht in Deutschland und war auch nicht an den Vorbereitungen beteiligt“, sagte seine Verteidigerin Josipa Salm-Francki den Richtern. Und zu den DNA-Spuren an der Jacke: „Er war in Serbien mal im Besitz einer Postbotenjacke.“ Die habe er aber einem der bereits verurteilten Täter – einem Freund aus seiner serbischen Heimatstadt – überlassen. Vielleicht seien in einer der Taschen auch die Handschuhe gewesen.

Nach Marl weiterer Überfall in Essen?

Dem Angeklagten wird noch ein weiterer Überfall auf ein Essener  Juweliergeschäft im Dezember 2006 vorgeworfen. Auch damit will der 31-Jährige nichts zu tun haben.  Seine Verteidigerin gibt an, dass er damals nur zu Besuch in Deutschland war. „Er war 19, hatte Lust, sich mal Deutschland anzusehen.“ Dazu habe er ein zweiwöchiges Visum beantragt und sei danach wieder ausgereist.

Faxen mit Mütze gemacht

Auch nach diesem Überfall wurden DNA-Spuren sichergestellt – unter anderem an einer Mütze mit Sehschlitzen. Die Mütze habe der Angeklagte in der Wohnung seines Bekannten gefunden und auch aufgesetzt. „Er hat sie sich aus Neugier, spaßeshalber, übers Gesicht gezogen und damit Faxen gemacht.“

Marler Juwelier um 533.000 Euro beraubt

Bei Brinkforth waren 2011 Uhren im Wert von rund 533.000 Euro geraubt worden. Einer der bereits zu neun Jahren Haft verurteilten Täter kam als Kunde getanrt durch die Sicherheitstür. Danach zog er eine Pistole und ließ seine Komplizen herein.

Brutal mit dem Hammer zugeschlagen

Die Komplizen schlugen mit Hämmern auf die Vitrinen ein. Auf der Flucht bauten die Täter damals einen Unfall und drei Autofahrer mit Waffengewalt gestoppt und ihnen die Fahrzeuge geraubt. Nach Informationen der Ermittler gehören die Täter zur berüchtigten Pink-Panther-Bande, deren Mitglieder in ganz Europa für Raubüberfälle auf Juweliere verantwortlich sein sollen. 

Sechs Verhandlungstage bis zur Entscheidung

Das Landgericht Essen hat für den Prozess noch sechs Verhandlungstage bis zum 30. September vorgesehen.

Zwei Frauen aus Bochum sollen im großen Umfang mit sogenannten Schönheitskorrekturen illegal Kasse gemacht haben. Eine Beschuldigte sei in 35 Fällen, die andere in 33 Fällen angeklagt, sagte eine Sprecherin des Bochumer Landgerichts.

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