+
Eins der Fahrzeuge, die die Täter nach dem Rauberfall im März 2011 in ihre Gewalt brachten.

Pink-Panther-Raub

Prozess um Brinkforth-Überfall: Angeklagter Serbe (37) gerät in die Defensive

DNA-Experten stellen eindeutige Spuren fest. Die Reaktion des Tatverdächtigen überrascht.

Im Prozess um den Überfall auf das Juweliergeschäft Brinkforth in Hüls ist der Angeklagte am Montag erstmals in die Devensive geraten. Beeindruckt hat ihn das aber nicht. Dem 37-jährigen Serben wird vorgeworfen, bei dem Raubzug im März 2011 mit dabei gewesen zu sein. Er soll der Mann mit der blauen Postjacke gewesen sein, die auch auf einem der Überwachungsvideos zu sehen ist. Genau diese Jacke war während der spektakulären Flucht mit mehreren Autowechseln zurückgelassen worden.

Auf Überfall in Marl folgt Festnahme in Spanien

Die DNA-Experten beim Landeskriminalamt hatten schon damals eindeutige DNA-Spuren festgestellt. Was fehlte, war eine Vergleichsspur. Das änderte sich erst, als der Angeklagte in Spanien festgenommen worden ist. Im Prozess vor dem Essener Landgericht hatte der 37-Jährige jedoch eine einfache Erklärung parat. Er habe die Jacke in seiner serbischen Heimat einem Freund überlassen. Der müsse sie mit nach Deutschland genommen haben. Widerlegbar? Scheinbar nicht.

DNA-Untersuchungen bringen neue Erkenntnisse

Bei erneuten DNA-Untersuchungen war nun jedoch herausgekommen, dass genau von diesem Bekannten überhaupt keine Hautschuppen auf der Jacke zu finden sind. Was Richter Volker Uhlenbrock zu dieser Aussage veranlasste: „Entweder der Angeklagte sagt die Unwahrheit oder hat sich vertan.“ Möglicherweise, so Uhlenbrock weiter, sei nun der Zeitpunkt für ein Geständnis gekommen. „Es ist unsere Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass der Angeklagte möglicherweise nicht freigesprochen wird und das Verfahren in einer Verurteilung enden könnte.“

Experte: Angeklagter muss Jacke getragen haben

Der vom Gericht geladene DNA-Experte hält es allerdings sehr wohl für möglich, dass eine Jacke getragen werden könne, ohne das Hautschuppen haften blieben. Außerdem sage die Vielzahl der Spuren nichts über deren Alter aus. „Der Angeklagte muss die Jacke auf jeden Fall intensiv getragen haben“, so der Gutachter „Aber wann und wo? Das kann ich nicht sagen.“

In Marl wurden Uhren in Wert von einer halben Million gestohlen

Bei dem Brinkforth-Überfall waren laut Anklage Uhren im Wert von rund einer halben Million Euro geraubt worden. Der Angeklagte soll zur berüchtigten Pink-Panther-Bande gehören, die europaweit für Überfälle auf Juweliergeschäfte verantwortlich ist. Der Prozess wird fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Demonstranten fordern "Moralische Unterstützung für das türkische Volk"
Schalke verpasst Tabellenspitze, Fragen rund um Datteln IV, schwere Unfälle
Schalke verpasst Tabellenspitze, Fragen rund um Datteln IV, schwere Unfälle
Schwerer Autounfall: Feuerwehr muss Fahrer (17) und Beifahrer (15) aus Wrack schneiden
Schwerer Autounfall: Feuerwehr muss Fahrer (17) und Beifahrer (15) aus Wrack schneiden
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Metro verkauft Real: Wohin die Reise für den Supermarkt in Herten geht, ist offen
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten
Papa betrunken, Sohn im Auto - und dann kracht es auch noch in Herten

Kommentare