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"Volle Hütte" damals bei der Eröffnung des Biergartens an St. Barbara.

Wirte gegen kirchliche Biergärten

Angst vor Umsatzeinbußen

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MARL - Gewerbliche Wirte aus Hüls, Hamm und Sinsen machen Front gegen die kirchlichen Biergärten. Gegenüber unserer Zeitung äußerten sie ihre Angst vor Umsatzeinbußen. Sich öffentlich dazu äußern wollen sie sich aber nicht. Heute startet am Kindergarten St. Marien in Drewer-Süd ein dritter. Veranstalter ist die Pfarrgemeinde St. Franziskus.

Von 18 bis 22 Uhr öffnet der dritte kirchliche Biergarten. Pastor Ulrich Müller (65) von der Pfarrgemeinde St. Franziskus ist Veranstalter der Biergärten am Kindergarten St. Marien und St. Barbara. Über die Reaktion der Wirte wundert er sich. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagt er: „Wir wollen für die Wirte keine Konkurrenz sein. Ziel ist es, Leute miteinander ins Gespräch zu bringen und für sie in Hüls-Süd vor Ort zu sein.“ Der Weg zur Kirche St. Marien in Lenkerbeck sei zu lang. „Die liegt in der Prärie. Wir erreichen die Leute in der sozial schwächeren Gegend zu wenig“, sagt Pastor Müller.

Der Biergarten am Kindergarten St. Marien soll wie St. Barbara ein Treffpunkt sein. Müller: „Er soll ein Beitrag zur Vielfalt in Marl sein. Wir leisten einen karitativen Beitrag.“ Pfarrer Heiner Innig von der Pfarrei Heilige Edith Stein springt seinem Kollegen zur Seite. „Die Biergärten finden bewusst nicht am Wochenende statt. Unsere Gäste in St. Bonifatius sind nicht mit jenen deckungsgleich, die in Kneipen gehen.“ Die Wirte können sich nicht vorstellen, dass die Biergärten nur mit ehrenamtlichen Kräften arbeiten, keinen Anerkennungsbetrag bekommen und sagen verärgert: „Heute betreibt die Kirche eine Kneipe.“

Alle arbeiten ehrenamtlich

Dem widerspricht Müller: „Alle, die helfen, arbeiten ehrenamtlich. Schwester Aloysiana ist 81 Jahre alt. Sie hat einfach nur Spaß daran, unter Leute zu kommen.“ Das Ordnungsamt ist laut Müller bisher nicht in Erscheinung getreten. „Die Biergärten finden auf unserem Gelände statt.“ Das Ordnungsamt sah sich gestern nicht in der Lage, Stellung zu nehmen. Wie sich so eine Veranstaltung entwickeln kann, zeigt das Beispiel Barbarakirche. Pastor Müller räumt ein, dass der Biergarten mittlerweile sehr groß ist. „Daher führen wir die Umsatzsteuer an das Finanzamt ab.“

Was die Biergärten an Gewinn einnehmen, nutzt die Kirche laut Ulrich Müller für soziale und karitative Zwecke. „Nun geht es darum zu sehen, wie die Menschen den Biergarten am Kindergarten St. Marien annehmen.“ Erst einmal sind drei Veranstaltungen geplant.

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