Hundepflege ist sichergestellt

Ein Friseurbesuch bleibt noch ein Wunsch - für Vierbeiner jedoch nicht

  • Meike Holz
    vonMeike Holz
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Seit acht Wochen sprießt es ungehemmt auf den Köpfen. Viele Menschen sehnen mit Blick auf die wachsende Mähne Lockerungen der Corona-Schutzverordnung und einen Besuch beim Friseur ihres Vertrauens herbei. Einige Haare dürfen trotz des Lockdowns geschnitten werden – die von Hunden.

Besondere Umstände erfordern auch bei Hundefriseuren besondere Maßnahmen. Die stellen für Kerstin Wieschermann in ihrem Hundefrisierstübchen an der Plaggenbrauckstraße jedoch kein Problem dar. „Die Auflagen haben wir schon im ersten Lockdown befolgt“, sagt die Marlerin, die vor 30 Jahren ihr Hobby zum Beruf gemacht hat.

Abstand ist auch bei ihr das Gebot der Stunde. Frauchen und Herrchen geben ihren vierbeinigen Freund an einer Eingangsschleuse ab. „Sie vertrauen uns“, sagt Kerstin Wieschermann. Das Vertrauen kommt nicht von ungefähr. „Wir begleiten sie ein Hundeleben lang und sind auch traurig, wenn das Tier stirbt“, berichtet sie. Sorgen, dass der Vierbeiner ohne seinen Besitzer nicht ruhig bleibt, macht sich die Marlerin nicht. Im Gegenteil. „Die Hunde haben vor uns viel Respekt.“

Je nach Rasse ist ein Besuch im Hundefrisierstübchen zwei bis zwölf Mal pro Jahr erforderlich. „Es geht bei uns nicht nur ums Haareschneiden“, betont Kerstin Wieschermann. „Die Pflege der Tiere steht im Vordergrund. Und dazu gehören auch das Krallenschneiden oder die Ohrenpflege“, erklärt sie.

Die Hundefriseure Eick Löbel und Kerstin Wieschermann versorgen hier Goldendoodle Bella.

In den letzten Wochen hätten hin und wieder auch Frauchen und Herrchen nach einem Haarschnitt gefragt. Kerstin Wieschermann bestätigt, dass sie das Handwerkszeug habe, um jede Frisur in Form zu bringen. „Aber dann zeige ich den Rasierer und deute auf meinen Mann“, lacht die Marlerin. „Er hat eine Glatze.“

Friseure beklagen hohe Einbußen

Das Lachen ist vielen Friseuren hingegen längst vergangen. Mathias Malczok hofft darauf, seinen Salon an der Hülsstraße unter den gängigen Hygieneauflagen bald wieder öffnen zu dürfen. „Es ist eine Katastrophe und einfach nur traurig.“ Friseure und Einzelhändler seien in den letzten Wochen allein gelassen worden, so macht er seinem Unmut Luft. Malczok hat ausgerechnet, dass er seit Pandemiebeginn seinen Salon insgesamt vier Monate schließen musste. „Das kostete uns 130.000 Euro und bislang sind noch keine Hilfen geflossen.“

Auch Innungsmeister Volker Lutz beklagt Einbußen, warnt aber vor zu frühen Lockerungen, die in Nachbarländern wieder zu steigenden Infektionszahlen führen. Ein erneuter Lockdown über ein, zwei Monate wäre „viel schlimmer“ als noch zwei Wochen auszuhalten, so Lutz. „Wir leben in einer Pandemie. Es geht um Leben und Tod.“

Neidisch auf ihre Kollegen mit vierbeinigen Kunden sind beide Marler Friseure nicht. „Ich freue mich für jeden, der sein Geschäft öffnen darf“, sagt Malczok.

Rubriklistenbild: © Rald Deinl

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