Weiberfastnachts-Tradition

Jecken stürmen Marler Rathaus nur virtuell - eine Ausnahme gibt es dann doch

  • Meike Holz
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Traditionen muss man pflegen. Auch oder gerade in Zeiten einer Pandemie. Wie es an Weiberfastnacht üblich ist, haben Marler Karnevalisten pünktlich um 11.11 Uhr das Rathaus gestürmt. Und das ganz coronakonform in einer Videokonferenz mit Bürgermeister Werner Arndt.

Mini-Rathaussturm an Weiberfastnacht: Pfarrer Ulrich Müller (l.) und Schwester Aloysiana von der Gemeinde St. Franziskus überraschten Bürgermeister Werner Arndt.

Auch wenn das jecke Treiben die nötige Distanz wahren musste, unverändert blieb der verbale Schlagabtausch in Reimform zwischen dem Stadtoberhaupt und Vertretern der Sternburger Marl (Nicole Prinz-Stojek und Christian Stojek ) sowie der Heimatvereine Coloni (Gabriele Duvinage und Jörg Terlinden) und Länks De Biek ( Petra Kläsener).

Beherrschendes Thema war das Coronavirus, von dem sich die Jecken nicht die Laune verderben lassen wollen. „Denn die Pandemie wird dann nicht lange walten, wenn wir entschlossen und fest zusammenhalten“, sagte Arndt und richtete kritische Worte an Virus-Leugner. „Von jenen Narren, die verquer denken, lassen wir uns nicht in die Irre lenken.“ Der Bürgermeister blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Ist der Impfstoff erst für alle da, wird es für uns noch ein gutes Jahr.“ Wenn „die Mutation uns nicht erwischt“.

Fotos und Videosequenzen aus vergangenen Rathausstürmen machten schon einmal Lust auf die Weiberfastnacht 2022. „Nächstes Jahr, sei dir gewiss“, richtete Nicole Prinz-Stojek (Die Sternburger) klare Worte an Arndt, „kommen alle Karnevalsleute und hoffen auf doppelte Beute. Denn, was du heute erspart, ergaunern wir im nächsten Jahr.“

Rathaussturm im Mini-Format

Zu einem Mini-Rathaussturm kam es am Nachmittag dann doch. Pfarrer Ulrich Müller und Schwester Aloysiana von der Gemeinde St. Franziskus statteten Werner Arndt am Verwaltungsgebäude der ehemaligen Schachtanlage Auguste Victoria 3/7 einen Besuch ab. Das Sickingmühler Karnevalsteam brachte bereits am Vormittag etwas Farbe in den derzeit tristen Alltag und stellte zwei große Figuren auf: Chrissi (vor Christ König in Sickingmühle) und Babsi (vor St. Barbara in Hamm). Zudem verpackte das Team fleißig Berlinerballen und brachte diese zu den Senioren der Siedlung.

Figur Babsi war dann auch beim Mini-Rathaussturm dabei – und zwar hinten auf der Ladefläche des Piaggio-Dreirads, mit dem Pfarrer Müller und Schwester Aloysiana gegen 15.30 Uhr bei Sonnenschein und klirrender Kälte vorfuhren. Vor der Schlüsselübergabe per Korb am Seil gaben die Besucher noch einige Lieder zum besten. Mit Hinblick auf die Rathaussanierung war der Song „Ich bau dir ein Schloss“ bestens gewählt.

Rubriklistenbild: © Patrick Köllner

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