Jubiläums-Briefmarke

Landbriefkasten mit dem Pinsel umfrisiert

MARL - Wie sah ein Landbriefkasten im 19. Jahrhundert aus? Das verrät ein Blick auf neue Briefmarken der Vestischen Sammlerfreunde und des Vereins für Zeitgeschichte Marl. Beide Vereine haben anlässlich des Jubiläums der Stadt Briefmarken kreiert und einen alten Briefkasten als Motiv gewählt. 1890 hing er am Dümmerweg.

Bei einem Tauschtreff im Sickingmühler Bürgerstübchen konnten Interessierte die Briefmarken im Bürgerstübchen erwerben oder sich einen versiegelten Briefumschlag schicken lassen. „Wir freuen uns, der Stadt Marl eine Briefmarke zu widmen“, erzählt Gerd Mentfewitz von den Sammlerfreunden. Mit abgebildet sind die Marler Rathaustürme als Wahrzeichen, das Wappen und die geografischen Umrisse der Stadt. „Als im Herbst die Anfrage an die Vereine kam, etwas zum Jubiläumsjahr beizusteuern, haben wir nicht lange überlegen müssen“, sagt Mentfewitz.

60 Briefmarken gedruckt

„Marl bestand früher aus Dorfgemeinden und wir sammeln vor allem Briefmarken, da bot sich ein historischer Landbriefkasten als Motiv geradezu an.“ Schwieriger war da schon die Herstellung. Mit Hilfe mehrerer Bildbearbeitungsprogramme erstellten die Mitglieder das Layout. „Daran haben wir lange gearbeitet“, sagt Mentfewitz. „Als alles nach unserer Zufriedenheit erledigt war, hat die Post sechzig Briefmarken drucken lassen.“

Im Internet fündig worden

Noch aufwendiger war es, einen solchen Briefkasten tatsächlich zu finden. Der war ebenfalls beim Tauschtreff im Bürgerstübchen ausgestellt. Die Vereine waren im Internet fündig geworden. Sie erstanden einen Landbriefkasten von 1886 aus Schlesien. Als er geliefert wurde, machten sich die Vereinsmitglieder an die Arbeit. Der Briefkasten war in einem schlechten Zustand, also war viel Geduld gefordert. Sie malten den Schriftzug und das Posthornsymbol, bis unzählige Pinselstriche später der Briefkasten so aussah wie der, der im vorletzten Jahrhundert am Dümmerweg hing. Natürlich wurde im Bürgerstübchen auch getauscht. Dabei ging es nicht nur um Briefmarken und Briefmünzen. „Wir sammeln noch viel mehr“, erzählt Horst Scheykowski vom Verein für Zeitgeschichte, „zum Beispiel Porzellan, Ölgemälde, Postkarten oder Schallplatten.“

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