Bei der Juniorwahl

Bis heute dürfen auch 17-Jährige noch wählen

MARL - Bei der Bundestagswahl dürfen sie am Sonntag nicht wählen, ihre Stimme haben sie aber gestern bei der Juniorwahl abgegeben: Luisa Wieschollek ist mit ihren 17 Jahren offiziell zu jung, Max Okkels ist dagegen schon 18 – aber dänischer Staatsbürger.

Elf Kurse des Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasiums nehmen am Schulprojekt Juniorwahl zur politischen Bildung teil. Seit Beginn des Schuljahres haben sich die Neunt- bis Zwölftklässler (14 bis 18 Jahre) in ihren Politik-, Wirtschaft- oder Sozialwissenschaftkursen mit der Bundestagswahl auseinander gesetzt. „Wir haben über die Bedeutung von Erst- und Zweitstimme gesprochen, über die Grundlagen des Wahlrechts und auch über die Partien“, zählt Lehrerin Daniela Vetter auf. Vor dem Wahllokal warten die Zwölftklässler aus ihrem Zusatzkurs Sozialwissenschaft.

Katharina Terwonne (17), Monique Sonnenfeld (17) und Anita Bertels (17) bilden den Wahlvorstand: Sie tauschen Wahlbenachrichtigung gegen Stimmzettel, überwachen, dass jeder ungestört in der Wahlkabine sein Kreuz macht und den ausgefüllten Stimmzettel in die Urne wirft. „Du musst den Zettel schon knicken, damit niemand etwas sieht“, fordert Anita Bertels einen Mitschüler auf. Die Schüler lachen, so bierernst ist Wählen ja gar nicht. „Man merkt, dass Wählen ganz einfach ist“, erklärt Anita Bertels.

Kandidaten? Nicht bekannt

Auf dem Flur warten Joyce Bauer, Lea Reglinski und Berit Leushacke darauf, dass sie an die Reihe kommen. „Wie der Stimmzettel aussieht, haben wir schon gesehen“, verraten die 17-Jährigen. Er sieht so aus wie der, den alle Marler bekommen – mit den Kandidaten aus dem Wahlkreis Recklinghausen II. „Von ihnen kenne ich keinen“, räumt Joyce Bauer ein. Anders sieht das bei den Parteien aus – sie waren Thema im Unterricht.

Dass die Juniorwahl nicht richtig zählt, stört die Mädchen nicht: „Am Ergebnis können die Parteien aber ablesen, was uns bewegt“, meint Anita Bertels. Dass das Wahlergebnis der Schüler anders aussehen wird, als das Gesamtergebnis am Sonntag, davon ist Katharina Terwonne überzeugt: „Sicher nicht bei der Kanzlerfrage, aber was die Parteien angeht. Uns beschäftigen andere Themen. Daher werden von Schülern sicher auch mehr kleinere Parteien gewählt – zum Beispiel die, die sich für Bafög stark machen.

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