Die Nester von Eichenprozessionsspinnern werden mit Sauggeräten von den Bäumen entfernt.
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Die Nester von Eichenprozessionsspinnern werden mit Sauggeräten von den Bäumen entfernt.

Kampf gegen Insekten

ZBH-Mitarbeiter im Dauereinsatz - jetzt geht es für sie an diese Aufgabe

  • vonClaus Pawlinka
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Niemand kann sagen, dass die Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofs (ZBH) in den letzten Wochen wenig zu tun gehabt haben. Erst der Kampf gegen die weiße Pracht, die Frau Holle vom Himmel geschickt hatte. Dann ging es darum, die durch Schnee und Eis ausgefallen Müll-Touren nachzuholen. Jetzt haben die Mitarbeiter die nächste Mammutaufgabe vor der Brust.

  • Feine Brennhaare der Eichenprozessionsspinner können Allergien auslösen
  • ZBH Marl setzt vor allem auf das Mittel Neemprotect
  • Sensible Bereiche an Schulen und Kindergärten im Fokus

Es geht um den Eichenprozessionsspinner – Insekten, die mit ihren feinen Brennhaaren bei Menschen Allergien auslösen können. Das Problem ist nicht neu. Im letzten Jahr sind dem ZBH knapp 900 Bäume gemeldet worden, an denen Nestern von Eichenprozessionsspinnern gesichtet wurden. 2019 lag die Zahl erheblich höher. ZBH-Chef Michael Lauche: „Da waren es noch 1500 Bäume, die befallen waren.“

Die geringere Zahl ist für ihn ein Zeichen, dass die präventiven Maßnahmen, die der Betriebshof ergriffen hat, Erfolg gezeigt haben. „Wir werden auch in diesem Jahr wieder so verfahren“, so Lauche weiter. Derzeit werden die Ausschreibungen für die Aktion vorbereitet. Los soll es Mitte/Ende März gehen.

Der ZBH setzt dabei vor allem auf das Mittel Neemprotect. Neemprotect schädigt den Verdauungsapparat der Raupen, sodass diese vor dem Erreichen des für Mensch und Tier gefährlichen dritten Larvenstadiums absterben. Von den 301 im letzten Jahr behandelten Eichen waren „nur“ 101 befallen. „Und hier waren die Nester kleiner und die Raupen weniger stark entwickelt“, berichtet Michael Lauche.

Bäume werden mit Kanone „besprüht“

Deshalb will die Stadt erneut an ausgewählten Standorten (wie Schulen, Kindergärten, Spielplätzen) tätig werden und die Bäume frühzeitig mit dem Mangrovenextrakt behandeln. Das Mittel wird mit einer speziellen „Kanone“ auf die Bäume gesprüht und so mit einem feinen Film überzogen.

Wenn die Raupen die Blätter fressen, wird ihr Verdauungsapparat blockiert. Sie können sich nicht mehr häuten und ihre Brennhaare können sich nicht ausbilden. „Auch Eichenbäume, die an Stellen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen, an Schulwegen und an stark besuchten Plätzen im öffentlichen Raum stehen, werden wir mit der Sprühkanone behandeln“, sagt Michael Lauche. Zudem würden entdeckte Nester mechanisch abgesaugt.

Neben den sensiblen Bereichen hat der ZBH auch die Halterner Straße im Fokus. Lauche: „Da hier erfahrungsgemäß mehr als 100 Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen werden, würde eine ausschließlich mechanische Bearbeitung der Nester zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen führen und sich nachteilig auf die Bekämpfung der Nachtfalter im gesamten Stadtgebiet auswirken.“ Deshalb will man auch hier das Mittel Neemprotect einsetzen. Auch sollen als weitere Maßnahme Fallen für Eichenprozessionsspinner an ausgewählten Stellen entlang der Halterner Straße aufgestellt werden.
Der Versuch ist im letzten Jahr auch an der Langehegge durchgeführt worden, hatte hier aber keinen durchschlagenden Erfolg gezeigt.

Minusgrade könnten dem ZBH in die Karten gespielt haben

Der heftige Wintereinbruch mit den lang anhaltenden Minustemperaturen könnte dem ZBH bei der Bekämpfung des Spinners in die Karten gespielt haben. „Es könnte sein, dass die Larven des Nachtfalters, die sich im Baum unter der Rinde verstecken, die eisigen Temperaturen nicht ausgehalten haben und abgestorben sind,“ sagt Michael Lauche und hofft auf weniger Nester. Aber setzen will er nicht darauf.

Vielleicht bekommen die Schädlingsbekämpfer ja auch wieder tierische Unterstützung. An vielen Eichen im Stadtgebiet wurden Nistkästen für Meisen angebracht. Die Vögel gelten als natürliche Fressfeinde der Raupen.

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