Abiturprüfung mit Abi-Pullover
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Mit fantasievollen Outfits versucht der Abitur-Jahrgang, auch in Corona-Zeiten den Humor nicht ganz zu verlieren.

Einige Schüler wollen sich doch verkleiden

Marl: Absage der Mottowoche sorgt für Frust unter den Abiturienten - das sagt die Schulleitung

  • Thomas Brysch
    vonThomas Brysch
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Die Mottowoche mit Verkleidung und Schabernack ist normalerweise ein Höhepunkt des Vorabi-Treibens an den weiterführenden Schulen. Doch Corona hat alles verändert.

Bianca Gawollek ist enttäuscht. Und sie ist nicht die einzige Mutter, die nicht verstehen kann, warum die Mottowoche der Abiturienten an den weiterführenden Schulen in Marl coronabedingt ausfallen soll. Die Leiterin einer Bildungseinrichtung hat guten Kontakt zu den Betroffenen, und sie spürt eine Atmosphäre der Angst: „Die Schüler haben Schiss, sie sind frustriert, aber sie wollen sich nicht öffentlich äußeren, schon gar nicht in der Zeitung.“

„Verkleidung macht noch kein Corona“

Vor allem das Verkleidungsverbot versteht Gawollek nicht: „Verkleidung macht noch kein Corona. Pippi Langstrumpf kann als Heldin der Kindheit auch mit Maske auftreten!“ Gawollek wünscht sich vor allem eines, „ein wenig Normalität, ein wenig Spaß für die jungen Leute, die schon auf so viel verzichten mussten.“

„Oberste Priorität haben der Unterricht und das Abitur“

Die Marler Schulleitungen indes haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. „Das Leid der Schüler geht mir nahe“, gibt Marc Brode unumwunden zu. Der Leiter des Gymnasiums im Loekamp hat früh das Gespräch mit Schülerinnen und Schülern gesucht, er hat die Enttäuschung in ihren Gesichtern gesehen und die Unmutsäußerungen gehört. Aber sein Entschluss steht fest: „Oberste Priorität haben der Unterricht und das Abitur.“

Hausrecht soll konsequent durchgesetzt werden

Brigitte Parras, Leiterin der Martin-Luther-King-Gesamtschule, bekennt, dass ihre Schule in den letzten Jahren vor Corona eigentlich ganz gute Erfahrungen mit den Mottotagen gemacht hatte. Der Schabernack hielt sich in Grenzen. Sie setzt auf das Verantwortungsbewusstsein und die Einsicht der Schüler, sagt aber zu den Mottotagen auch ein klares „Nein“. Sie will in dieser Woche das Hausrecht ohne Wenn und Aber durchsetzen und verkleidete oder alkoholisierte Schüler konsequent der Schule verweisen: „Sonst hat man als Schulleitung verloren“, begründet sie ihre kompromisslose Haltung.

Jugendliche wollen verantwortungsbewusst handeln

Offenbar müssen die Schulleitungen ab heute allerdings damit rechnen, dass durchaus auch verkleidete Schüler ihre Lehranstalt aufsuchen werden. Die Jugendlichen setzen darauf, dass es an öffentlichen Schulen keine Kleiderordnung gibt, sie wollen nicht provozieren, vielmehr auf Alkohol verzichten, Maske tragen und alle Hygieneregeln konsequent einhalten. Sie wollen verantwortungsbewusst handeln – und einfach ein wenig Spaß in ihrem jungen Leben haben.

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