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Die alte Schmiede in Marl.

Ende Februar ist Schluss

Alte Schmiede entlässt 23 Pflegekräfte in Marl

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Die Betriebsleitung der Solidaritätsgemeinschaft zieht die Reißleine: Der Ambulante Pflegedienst und die Senioren-WG werden geschlossen.

Der harte Tag steht Martina Homuth deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Betriebsleiterin der Solidaritätsgemeinschaft Alte Schmiede hat 23 Entlassungsgespräche hinter sich. Insgesamt werden 28 Mitarbeiter gehen müssen. „Personal entlassen zu müssen ist das Schlimmste, was es gibt“, sagt Martina Homuth: „Hätten wir diese Maßnahme aber nicht ergriffen, hätten in einem halben Jahr vielleicht 42 weitere Leute ihren Job verloren.“. 

Den Pflegekräften wurde zum 29. Februar 2020 gekündigt. Dann stellt die Schmiede den Betrieb ihres ambulanten Pflegedienstes sowie der Senioren-Wohngemeinschaft im „Laubfrosch“ ein. Grund dafür waren die zuletzt schlechten Betriebszahlen der Solidaritätsgemeinschaft (wir berichteten). „Ein Problem der Wohngemeinschaft war vor allem deren Lage“, erklärt Martina Homuth.

Marler bevorzugen Einrichtungen mit Garten 

Die Einrichtung befindet sich in der 13. Etage des Hochhauses am Marler Stern. „Angehörige bringen ihre Eltern lieber in Einrichtungen mit Garten und der Möglichkeit unter, spazieren zu gehen“, so Homuth. Die gute Nachricht: Der Pflegedienst Casacura GmbH will den Betrieb nach Schließung durch die Schmiede übernehmen. Inklusive einiger Pflegekräfte. 

„Unsere Patienten müssen deshalb nicht umziehen, was für demenziell Erkrankte sehr schwer werden kann“, sagt Martina Homuth. Dem entlassenen Personal stellt die Betriebsleiterin bei aller Betroffenheit über die Entscheidung eine durchaus gute berufliche Perspektive in Aussicht: „Pflegepersonal ist auf dem Arbeitsmarkt stark gefragt. Durch die Kündigungsfrist bis Ende Februar haben unsere Leute Zeit, um sich intensiver um ihre Bewerbungen zu kümmern.“ Weiter geht es bei der Schmiede mit dem mobilen sozialen Dienst, den Hilfeleistungen für Alleinerziehende und dem „Unland“, dem Gartenprojekt für Langzeitarbeitslose in Sinsen. Ausgebaut werden soll die Fahrradwerkstatt.

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