Der Prozess endete mit einem Schuldspruch.
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Der Prozess endete mit einem Schuldspruch.

Entscheidung am Amtsgericht Marl

Körperverletzung und Widerstand gegen die Polizei: Schwere Strafe für vorbestraften Marler

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
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Zwei Jahre und sechs Monate Haft hieß es am Ende eines Prozesses am Amtsgericht Marl. Dem Marler (33) wurde unter anderem vorgeworfen, in der Nacht vom 16. auf den 17. März 2019 eine vorsätzliche Körperverletzung in Marl begangen zu haben. Stark alkoholisiert soll er seinen jüngeren Bruder auf offener Straße gewürgt haben.

Randale-Tour in Marl

Opfer der Randale-Tour war vermutlich auch die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten, der er angeblich die Handtasche rauben wollte. Außerdem soll er starken Widerstand bei der Verhaftung geleistet haben. Zur Aufklärung waren fünf Zeugen geladen. Der Fahrer (37) des Streifenwagens erinnerte sich daran, dass der Angeklagte „schon am Abend und in der Nacht für mehrere Einsätze sorgte“. 

Ärger beginnt in Marl-Brassert

Begonnen hatte der Krawall am Abend an und in der Brasserter Wohnung der ehemaligen Lebensgefährtin des Verurteilten. Die 26-Jährige hat mit ihm zwei gemeinsame Kinder. Bereits im Oktober 2017 erwirkte sie eine einstweilige Verfügung gegen den Mann, dem es dadurch verboten ist, seine Kinder und deren Mutter zu treffen. Das hielt die Frau nicht davon ab, sich danach trotzdem mehrfach mit dem Mann zu treffen.

„Genau das ist das große Problem meines Mandanten“, erklärte dessen Marler Verteidiger Dr. Norbert Drees. In der Woche gehe er einer geregelten Arbeit nach, am Wochenende überfiele den Mann, der keine Freunde habe, aber oft das Verlangen, seine Kinder zu sehen.

Eskalatin durch Alkohol

Da dieser Wunsch unerfüllbar ist, flüchte sich der Angeklagte in Alkohol, der die Situation eskalieren lässt. Das war auch am 16. März der Fall. Nachdem der Mann seine Ex-Frau mehrfach in Brassert bedrohte, flüchtete sie mit ihren Kindern und dem Bruder des Täters in die Wohnung ihrer Schwester nach Alt-Marl. 

Als es schien, dass sich die Lage beruhigt hätte, ging die zweifache Mutter mit dem Bruder des Täter frühmorgens noch einmal auf die Straße, um eine Zigarette zu rauchen. Dabei sah sie den 33-Jährigen, der am Boden sitzend alkoholisiert vor sich hindämmerte. Sie erschrak sich so laut, dass der Mann aufwachte. Er schlug und würgte seinen Bruder, der in die Wohnung flüchtete. 

Anschließend drückte er die 26-Jährige gegen die Flurwand, bevor er sie auf die Motorhaube eines Autos warf. Der Mann wollte ihr die Handtasche entreißen, weil er darin seine Wohnungsschlüssel vermutete. Als der Täter den Streifenwagen der alarmierten Polizei hörte, ließ er von der Frau ab und flüchtete durch Gärten. Die Polizisten erinnerten sich, dass sie die Frau auf der Straße liegend fanden. Sie verfolgten den Mann und konnten ihn stellen, nachdem er um sich geschlagen und getreten hatte.

Marl: 2,31 Promille um 7.10 Uhr morgens

Eine um 7.10 Uhr entnommene Blutprobe wies einen Blutalkoholwert von 2,31 Promille auf. Die umfangreiche kriminelle Vorgeschichte des Mannes ließ Richterin Sabrina Martin Lopez am Ende keine Wahl. Sie folgte der Forderung der Staatsanwaltschaft und schloss sowohl Geld- als auch Bewährungsstrafen aus.

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