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Gibt es einen Konflikt zwischen Klimaschutz und Arbeitsplätzen im Chemiepark?

Evonik ist alarmiert

Hat der "Klimanotstand" Konsequenzen für die Arbeitsplätze im Chemiepark?

Was hat der Rat damit gemeint, als er am 6. Juni den „Klimanotstand“ ausgerufen hat? Hat das Konsequenzen für die Arbeitsplätze im Chemiepark? Thomas Wessel, Arbeitsdirektor der Evonik in Essen, fordert eine Klarstellung.

Der Ratsbeschluss sorgt beim Chemiekonzern Evonik für Unruhe. Thomas Wessel hat deshalb an die Ratsfraktionen geschrieben. Er will wissen: „Müssen wir nun damit rechnen, dass unmittelbare Maßnahmen durch die Stadtverwaltung ergriffen werden, die konkrete Auswirkungen auf Produktion, Abläufe und Sicherheit und in der Konsequenz auf die Arbeitsplätze im Chemiepark haben?“ 

Wie unsere Zeitung berichtete, wird im Chemiepark Marl in diesem Jahr in große Anlagen investiert - insgesamt rund 1 Milliarde Euro, auch für den Klimaschutz. Die Kohlekraftwerke werden durch zwei Gas- und Dampfkraftwerke ersetzt, die Strom und Dampf produzieren. „Dadurch werden eine Million Tonnen CO2 eingespart“, so Unternehmenssprecherin Alexandra Boy. Zum Vergleich: Die gesamte Stadt Marl produziert im Jahr rund 800.000 Tonnen CO2.

"Notstand erfordert staatliches Eingreifen"

Evonik-Vorstand Thomas Wessel zeigt sich durch den Begriff „Notstand“ alarmiert. Ein Notstand erfordere staatliches Eingreifen, so seine Lesart. 

Rechtliche Folgen hat die Anerkennung des Klimanotstands nicht. Bei allen Entscheidungen sollen Rat und Verwaltung aber die Auswirkungen auf Klima und Umwelt berücksichtigen. Kritiker der Resolution sprechen von „Schaufenster-“ oder „Symbolpolitik“. 

SPD, CDU und Grüne in Marl dialogbereit

SPD, CDU und beide grüne Fraktionen haben Evonik geantwortet. „Sie haben unser Angebot zum Dialog angenommen“, so Alexandra Boy.

Am Wochenende steigt in Marl-Sinsen das zweite Waldschützenfest. Auf den Königsschuss müssen Zuschauer womöglich länger warten. Aus gutem Grund.

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