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Marler Bahnhöfe im Check: Was die Deutsche Bahn verbessern muss

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Akzeptabel schneiden Marls Bahnhöfe beim Test des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr ab. Aber welcher Eindruck ergibt sich tatsächlich vor Ort? Wir machten den Check.

Ein zufriedenstellendes Ergebnis für die Bahnhöfe Marl-Mitte und Hamm, Verbesserungsbedarf in Sinsen – so lautet das Fazit, das Profi-Tester des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) in ihrem neuen Stationsbericht ziehen. Als unsere Redaktion sich im letzten Jahr einen Eindruck an den Bahnhöfen in Marl verschaffte, stellte sie mehr Mängel als die Tester fest. Auch jetzt schauten wir uns die Bahnhöfe genauer an.

Vor allem am Bahnhof Marl-Hamm fällt auf, dass die Deutsche Bahn hier wirklich viel getan hat: Der Aufzug funktioniert wieder, der Fahrkartenautomat ebenfalls. Vor zwei Jahren war der Bahnhof Hamm bei den Prüfern glatt durchgefallen. Das sieht jetzt anders aus. Selbst Vandalismusschäden waren bei unserem Besuch nicht mehr zu sehen. Einzig eine Infotafel mit den Ab- und Anfahrtszeiten der Züge fehlt am Bahnsteig. Die gibt es nur unten am Fuß der Treppe.

Sehnsüchtig erwartet: Der Aufzug am Bahnhof Marl-Mitte kam im letzten Sommer.

Bahn investiert in Haltepunkt Marl-Hamm

„Vandalismus ist eine Momentaufnahme“, sagt ein Bahnsprecher. „Wir machen vor allem Scherben sehr schnell weg, weil Verletzungsgefahr besteht. Auch Hakenkreuz-Graffiti wird umgehend entfernt.“ Mehr als 300.000 Euro investierte die Bahn in den letzten zwei Jahren in den barrierefreien Bahnhof Hamm. Im Sommer oder Herbst will sie dort eine überdachte Park-and-Ride-Anlage mit zehn Stellplätzen bauen. Theresa Pohl aus Hamm findet die Verbindung am Bahnhof Hamm gut. Allerdings vermisst sie genügend Sitzgelegenheiten: „Wenn viele Leute warten, ist das in Corona-Zeiten ein echtes Problem.“

Marls Vorzeigebahnhof ist mittlerweile der Bahnhof Marl-Mitte. 2020 hat er endlich den Aufzug bekommen, für den die Marler seit Ewigkeiten gekämpft haben. Einziges Manko: Zwei Bänke mit vier Sitzen sind zu wenig für einen Bahnhof in der City – auch wenn der nur ein einziges Gleis hat. Für den Herbst kündigt die Bahn in Marl-Mitte den Bau einer überdachten Park-and-Ride-Anlage mit 40 Stellplätzen an. Weitere Parkplätze werden geplant.

Verbesserungsbedarf am Bahnhof Marl-Sinsen

Verbesserungsbedarf sehen die Prüfer des VRR am Bahnhof Sinsen. Bahnkunden ebenfalls: „Vor ein paar Jahren ist der Bahnsteig ein ganzes Stück abgesackt“, sagt Anwohner Wolfgang Bauernschmidt: „Bei starkem Regen hat man hier Pfützen ohne Ende.“ Justin Schikowski aus Dortmund findet, dass die Bahn die Schmierereien an diesem Haltepunkt entfernen sollte: „Die Treppe könnte auch mal erneuert werden.“

Stark abgesackt ist der Bahnsteig in Marl-Sinsen.

Genau das hat die Deutsche Bahn vor. Von August bis Dezember will sie außerdem den abgesackten Bahnsteig um 38 Zentimeter erhöhen, sodass ein barrierefreier Ein- und Ausstieg möglich wird. Außerdem wird der Bahnsteig verlängert und modernisiert. Schilder und Beleuchtung sollen verbessert, Blindenleitsysteme eingebaut werden. Die Bahn wird in den Bahnhof Sinsen einen siebenstelligen Betrag investieren, teilt ein Sprecher mit.

Kaum Parkprobleme in Marl-Sinsen

Parkprobleme gibt es in Sinsen so gut wie kaum mehr. Direkt am Bahnhof befindet sich eine Park-and-Ride-Anlage. Und nach rund einem Jahr Bauzeit kamen im letzten Spätsommer an der Gräwenkolkstraße 171 neue Parkplätze hinzu. Allerdings fehlen dort jetzt zwei wichtige Zugverbindungen.

Rubriklistenbild: © Julia Dziatzko

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