Umweltschutz als Trendsport

Laufend Müll sammeln - Marler Schüler zeigen, wie das geht

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Ein schwedischer Trend namens „Plogging“ hat jetzt auch an der Bonifatiusschule Fuß gefasst. Die Klasse 3 a ist mit Begeisterung dabei.

Den kleinen, völlig verdreckten Handschuh schauen sich Emilie (9) und Mia (8) genau an – nein, der lässt sich beim besten Willen nicht mehr wiederverwerten. Der kommt in den Restmüll. Die beiden Mädchen aus der 3a der Bonifatiusschule sind eigentlich bestrebt, viel Unrat zu finden, der nicht verbrannt werden muss.

Auf dem Schulhof sortieren sie Müll, den sie und ihre Klassenkameraden in der Umgebung der Schule zuvor selbst aufgelesen haben, und zwar – und das ist noch eine zusätzliche Besonderheit – joggend. „Plogging“ nennt sich der Trendsport aus Schweden, der Müllaufsammeln mit Laufen vereint. Eine gute Gelegenheit, sich endlich wieder einmal zu bewegen. Ein kleiner Beitrag, um die Stadt sauberer zu halten. Und gleichzeitig eine Übung in Sachen Mülltrennung und Ressourcenschonung.

Lehrerin Helga Eberhard hat das Projekt initiiert; sie „ploggt“ mit den Schülern über einen Zeitraum von vier Wochen immer montags, mittwochs und freitags. Zwar hat sie in Zeiten des Wechsel-Unterrichts immer nur die halbe Klasse vor Ort, aber auch die jeweils andere Hälfte werde eingebunden und mache von zu Hause mit, berichtet sie. „Die Distanz-Kinder unterstützen das Projekt, indem sie mit ihren Eltern oder der ganzen Familie laufen.“ Die entsprechenden Materialien werden gestellt.

In Eimern wird der Mülle zur Schule gebracht, dort auf Folien ausgebreitet und – mit schnittfesten Handschuhen an den Händen – sortiert, nachdem aus der Turnhalle die Gefäße für die verschiedenen Müll-Arten geholt wurden, in die dann später der jeweils „passende“ Müll geworfen wird. „Wir sind toll vom Zentralen Betriebshof unterstützt worden“, berichtet die Lehrerin, die die Ziele Bewegung und Sensibilisierung und die Schulfächer Sport und Sachunterricht in dem Projekt vereint.

Partner ist die Westenergie, die im Rahmen ihres Schulwettbewerbs „3 mal E“ nach Genehmigung des Projektes 500 Euro Fördergeld beisteuert. Der Zentrale Betriebshof knüpft mit seiner Unterstützung für das Projekt an „Plogging“-Anfänge in Marl vor einigen Jahren an, die inzwischen wieder eingeschlafen schienen.

Rubriklistenbild: © Julia Dziatzko

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