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Der Kampf gegen Nachtfalter geht weiter.

Nachtfalter

So bekämpft die Stadt Marl den Eichenprozessionsspinner - Vorbereitung für den Sommer

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Die Stadt hat Nistkästen aufgehängt, um die Verbreitung einzuschränken. Der Plagegeist war letzten Sommer ein großes Problem in Marl.

Die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners soll auf natürliche Weise eingedämmt werden. Deshalb hat die Stadt bereits Ende des Jahres Nistkästen entlang der Eichen in Marl aufgehängt. Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen sollen angelockt werden, die die Larven des Nachtfalters fressen. Die Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofs (ZBH) hängten die Nistkästen bereits Ende Oktober und Anfang November auf.

"Die Meisen bleiben den Winter über hier", erklärt ZBH-Leiter Michael Lauche. Und für den harten Winter sei ein warmes Plätzchen in den Marler Nistkästen für die Vögel der passende Ort. 125 Nistkästen wurden in "Befallschwerpunkten" überall in der Stadt platziert. Die SPD-Fraktion macht in einem Schreiben darauf aufmerksam, dass vor allem die Halterner Straße "aufgrund des sehr alten und sehr hohen Baumbewuchses" berücksichtigt werden sollte.

Auch in diesem Sommer rechnet die Stadt wieder mit dem Nachtfalter. "Dabei ist zu beachten, dass die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners stark witterungsabhängig und daher recht schwer zu prognostizieren ist", heißt in einem Gutachten der Stadt. Die Nistkästen sind auch nicht die einzigen Maßnahmen, die vorgenommen werden.

Das plant der Marler ZBH

Neben dem mechanischen Absaugen der Nester, sollen 250 Bäume an kritischen Stellen mittels Fresshemmer-Benebelung behandelt werden. Darüber hinaus wird der ZBH eine Eichenprozessionsspinnerfalle testen, welche die Tiere mittels Hormonfalle in einen Beutel am Stamm der Eichen locken soll. Auch hier werden erstmal ausgesuchte Bereiche testweise ausgewählt. 

Auch in Marl ein Problem

Die Raupen schlüpfen zwischen April und Anfang Mai. Dann schließen sich die Tiere zusammen und wandern gemeinsam, das erinnert an die namensgebende Prozession. Sie kriechen in Richtung Krone der Bäume, um zu fressen. Die Raupe durchläuft sechs Stadien. Ab dem dritten Stadium entwickeln sie die so nervigen Brennhaare. Die Haare enthalten das Eiweiß Thaumetopoein, was zu Allergien, Atemnot und Reizungen bei Mensch und Tier führen kann. Ende Mai bis Anfang Juli ist eine kritische Zeit für Allergiker, denn dann verlieren die Spinner viele Haare. Und der Wind weht diese Haare durch die Marler Luft.  

Auch in Marl kam es zu Großeinsätzen der Schädlingsbekämpfer. 1200 vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume haben Marler Bürger letztes Jahr dem Zentralen Betriebshof gemeldet. 

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