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Die Abiturprüfungen beginnen am 12. Mai in Nordrhein-Westfalen.

Coronakrise

So bereiten sich Marler Schüler ohne Unterricht auf das Abitur vor

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Die Schulen sind geschlossen. Angehende Abiturienten müssen sich allein auf die Prüfungen vorbereiten. Das hat Vorteile und Tücken.

  • Die Schüler bekommen Aufgaben von den Lehrern.
  • Eigentlich wäre diese Woche eine Intensivwoche am ASGSG gewesen.
  • Die Schüler lernen mit Apps und YouTube
"Ich kann jetzt wenigstens ausschlafen und in Ruhe frühstücken“, sagt Sophie-Christin Hardt (16), Schülerin am Albert-Schweitzer/Geschwister-Scholl-Gymnasium mit einem Augenzwinkern. Sie bereitet sich momentan zu Hause auf ihr Abitur vor, denn die Schule ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Auch ihr Mitschüler Max Waldheim (16) lernt daheim für die Abiturprüfungen, die um drei Wochen verschoben wurden. Ab dem 12. Mai starten die Prüfungen.

Die Schüler bekommen am Anfang der Woche per E-Mail von ihren Lehrern Aufgaben zugesendet, die sie auf das Abitur vorbereiten sollen. Die Lösungen folgen am Ende der Woche. Zwar besteht die Möglichkeit, bei den Lehrern per E-Mail oder telefonisch nachzufragen, aber beide Schüler sagen, dass sie die Lehrer nicht täglich mit Mails bombardieren wollen. Ein intensiver Schüler-Lehrer-Austausch findet während der Coronakrise zumindest im Hause Hardt und Maxfeld nicht statt. Das wäre ohne das Virus anders, denn in dieser Woche hätten in der Schule Intensivkurse für Abiturienten stattfinden sollen. Heißt: Die Schüler hätten Unterricht, aber nur in den Fächern, in denen sie auch das Abitur schreiben. In der vorherigen Woche wäre normaler Unterricht gewesen.

Marl: Mehr Konzentration auf die vier Abiturfächer

​„Es ist schwieriger sich zu Hause auf das Abitur vorzubereiten“, sagt Sophie-Christin Hardt. „Es fehlt ein Filter. Man weiß nicht, was wichtig ist. Ich muss mir mehr selbstbeibringen.“ Ihre Abiturfächer sind Erdkunde, Englisch, Biologie und Deutsch. Die 16-Jährige bereitet sich vor allem mit der Lern-App „simpleclub“ vor. Dort finden Schüler Erklärvideos zu den Abiturthemen. „Wenn ich was nicht verstehe, schaue ich auf YouTube nach oder frage Freunde“, sagt die Schülerin. Organisiert sind die angehenden Abiturienten in WhatsApp-Gruppen. „Die sozialen Kontakte mit Mitschülern und Verwandten fehlen besonders“, sagt Max Waldheim. DerUnterrichtsausfall habe jedoch auch positive Seiten: „Ich kann mich auf meine vier Abiturprüfungen in Mathe, Englisch, Geschichte und Deutsch konzentrieren.“ Hausaufgaben in anderen Fächern wie Physik entfallen in der Coronakrise fast komplett.

Der 16-Jährige hat seinen Tag strukturiert: Um acht Uhr klingelt der Wecker. Dann frühstückt der Schüler und paukt jeweils eine Stunde für ein Abiturfach. „Ich bin gegen 13 Uhr meistens fertig. Aus der Schule käme ich sonst erst gegen 16 Uhr.“ Auch er nutzt die App „simpleclub“, lernt jedoch vor allem in den Schulbüchern. „So etwas wie digitalen Unterricht haben wir nicht.“ Vor allem allein Mathematik zu lernen, sei schwer. „Ich gehe dennoch mit einem guten Gefühl in die Abiturprüfungen“, sagt Max Waldheim. Sophie-Christin Hardt ist erleichtert gewesen, als die Prüfungen verschoben wurden. „Das wäre eine riesige Stresssituation gewesen“, sagt sie, „und ich hätte mich auch nicht vorbereitet gefühlt.“Beide Schüler blicken nun frohen Mutes auf die Prüfungen. Jetzt heißt es vor allem: gesund bleiben.

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