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Vor der Unterkunft am Lehmbecker Pfad hatte das DRK eine mobile Teststation aufgebaut.

ZUE Am Lehmbecker Pfad

Corona-Infizierte in Marler Flüchtlingsunterkunft: Bezirksregierung Münster nennt neue Zahlen

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Über die Entwicklung in der Zentralen Flüchtlingsunterkunft am Lehmbecker Pfad in Marl informiert die Bezirksregierung Münster.

  • Bewohner und Mitarbeiter der Zentralen Unterkunft für Flüchtlinge in Marl (ZUE) befinden sich in Quarantäne.
  • Fehlende Masken und Tests: Es gibt schwere Vorwürfe. Die Bezirksregierung weist die Vorwürfe zurück.
  • Die Zahl der Infizierten geht von 22 auf vier Personen zurück

Update, 26. Mai, 15.55 Uhr: Wie die Bezirksregierung in Münster mitteilt, sank die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Bewohner der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Geflüchtete am Lehmbecker Pfad in Marl von zuletzt 22 auf aktuell vier Personen. Die Quarantäne-Bestimmungen für die gesamte Einrichtung können somit - abhängig von noch ausstehenden Testergebnissen - vermutlich in dieser Woche auf einzelne Etagen reduziert werden.

Negativ getestete Bewohner dürfen die Einrichtung unter Einhaltung der Hygienevorschriften dann auch wieder verlassen. Laut Bezirksregierung leben in der ZUE aktuell 106 Bewohner, 250 Plätze gibt es insgesamt.

Update, 20. Mai, 11.55 Uhr:

Wie die Bezirksregierung Münster am Mittwoch mitteilt, sind drei weitere Coronavirus-Tests aus der Flüchtlingsunterkunft in Marl positiv ausgefallen. Damit gab es bislang insgesamt 21 Fälle in der Zentralen Unterbringungseinrichtung am Lehmbecker Pfad. Zusätzlich sind zwei Security-Mitarbeiter betroffen.  

Alle anwesenden 106 Bewohner der Einrichtung in Marl wurden nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle in den vergangenen Tagen auf Covid-19 von einem DRK-Team getestet. Seit Anfang Mai steht die Landeseinrichtung unter Quarantäne. Diese wurde bereits bis zum 2. Juni verlängert.

Zwei Security-Mitarbeiter aus Marl positiv getestet

Update, 18. Mai, 17.34 Uhr: 18 Männer und Frauen aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete am Lehmbecker Pfad sind aktuell mit dem Corona-Virus infiziert. Es gibt zwei weitere Betroffene in der Einrichtung sowie zwei, die sich außerhalb der ZUE befinden.

Marl: Kontakte werden ermittelt

 „Von allen Infizierten werden jetzt die Kontaktketten ermittelt“, so Ulrich Tückmantel, Sprecher der zuständigen Bezirksregierung in Münster auf Nachfrage, "wir gehen davon aus, dass sich die Quarantäne bis zum 29. Mai verlängert, nachdem zuletzt am vergangenen Freitag zwei neue Fälle gemeldet wurden.“

Update, 13. Mai, 5.45 Uhr: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war am Dienstag mit einem mobilen Einsatzteam vor der Flüchtlingsunterkunft am Lehmbecker Pfad im Einsatz. Die Mitarbeiter nahmen Corona-Abstriche von allen bisher noch nicht getesten Bewohnern der Einrichtung. Das Marler Ordnungsamt überwachte die Einhaltung des Sicherheitsabstands.

Marl: Nachbarn sorgen sich

Nachbarn mahnen an, nicht ausreichend über die aktuelle Lage in der Einrichtung informiert zu werden. Eine Nachbarin sagt: "Hier gibt es einige Anwohner, die wie ich um die 80 Jahre alt sind. Wir halten uns an die Corona-Verordnungen, bleiben zu Hause und halten Abstand, um uns und andere zu schützen. Diesen Eindruck hatte ich zuletzt nicht auf dem Gelände an der Unterkunft."

Marlerin bemerkt "aktives Nachtleben"

Auch außerhalb des eingezäunten Bereichs würden Abstandsregeln nicht eingehalten, kritisiert sie. Bis einschließlich Donnerstag vergangener Woche seien gruppenweise Menschen aus der Einrichtung auf der Straße unterwegs gewesen. "Es gibt ein aktives Abend- und Nachtleben, dann wird es laut", so die Anwohnerin.

Unsere bisherige Berichterstattung:

In der Zentralen Unterkunft für Flüchtlinge in Marl sind zwölf Bewohner und zwei Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es gibt massive Kritik über die Zustände in der Einrichtung. Es habe zu wenig Schutzkleidung und Masken gegeben, Bewohner mit Symptomen seien nicht getestet worden.

Ein Vorwurf: Obwohl es mindestens einen Verdachtsfall mit Symptomen gab, die auf Corona hindeuteten, wurden weder dieser betroffene Mensch noch Kontaktpersonen isoliert. Das weist European Homecare, Betreiber der Einrichtung, entschieden zurück. „Wir haben 14 Bewohner und 30 Kontaktpersonen nach den vom DRK im Auftrag des Kreisgesundheitsamts durchgeführten Untersuchungen separiert“, sagt Thomas Hüser, Sprecher von European Homecare. Außerdem sei mit über 1000 Stück Schutzbekleidungen und Masken mehr als ausreichend Material vorhanden. Aus der Bezirksregierung heißt es: "Es gab von Anfang an Schutzkleidung und Masken für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nachdem die erste Bestätigung eines Corona-Fall vorlag, wurden vorsorglich eine weitere, umfassende Nachlieferung bestellt, die am Wochenende in der ZUE ankam."

Marl: Bezirksregierung weist Kritik zurück

Auf Schärfste weist Thomas Hüser die Kritik zurück, Bewohner mit Symptomen seien nicht auf an einen Arzt weitergeleitet worden, sondern nur vom Sanitätspersonal untersucht worden. „Als Auftragnehmer der Bezirksregierung Münster ist European Home Care den Auflagen der Behörden in vollem Umfang nachgekommen". Auch die Bezirksregierung weist die Vorwürfe in aller Deutlichkeit zurück: "Diese Behauptung ist eine Frechheit. Es hat keinerlei Versäumnisse gegeben", sagt Ulrich Tückmantel, Sprecher der Bezirksregierung. Die Bezirksregierung erklärt weiter: "Ein Bewohner ist aufgrund einer anderen Krankheit am ersten Mai-Wochenende ins Krankenhaus gekommen. Bei dem Aufenthalt wurde der Bewohner auch auf COVID-19 getestet. Als das positive Testergebnis vorlag, wurden umgehend die Kontaktpersonen in der Einrichtung isoliert".

Am 5. Mai wurden alle anwesenden 105 Bewohner und die Mitarbeiter der ZUE in Marl von einem mobilen DRK-Team auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet. 14 der Tests waren positiv. Bewohner und Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne. Im Mai 2019 ist die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge im Auftrag der Bezirksregierung Münster in Marl eröffnet worden. Das Gebäude in dem bis zu 250 Menschen untergebracht werden können, wurde früher als Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen genutzt.

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