Ein Unfall auf der Halterner Straße in Marl-Sinsen.
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Im November 2020 fingen auf der Halterner Straße in Marl-Sinsen bei einen Unfall zwei Autos Feuer – die Fahrer kamen zum Glück vergleichsweise gimpflich davon.

Neue Zahlen

Bremst Corona das Unfallgeschehen? Polizei legt Statistik für 2020 vor

  • Thomas Fiekens
    vonThomas Fiekens
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Wenn weniger Menschen unterwegs sind, schlägt sich das in den Zahlen nieder. Präsidium sagt der Raserszene und illegalem Tuning den Kampf an.

Im aktuellen Verkehrsunfallbericht der Polizei schlägt sich natürlich nieder, dass im Coronajahr 2020 weniger Menschen unterwegs waren. Die Zahl der Verkehrsunfälle in Marl ist mit 2308 um 11,40 % gegenüber 2019 (2605) rückläufig.

Geschlossene Geschäfte und Restaurants, Homeshooling und Homeoffice – auf leeren Straße passiert weniger, das ist in Marl genauso wie im gesamten Zuständigkeitsbereich der Recklinghäuser Polizei, den zehn Kreisstädten plus Bottrop. Martin Kirchner, seit September Leiter der Direktion Verkehr im Präsidium RE: „Diese positive Entwicklung ist sicherlich auch auf unsere präventive und repressive Verkehrssicherheitsarbeit zurückzuführen.“

Eine Rückgang weist die Statistik auch bei der Zahl verunglückter Menschen aus: 246 Frauen, Männer und Kinder waren 2020 in Marl betroffen, 2019 waren es 314 (- 21,66 %). 2019 kamen vier Menschen ums Leben, 2020 verstarb eine 63-jährige Fußgängerin nach einem Zusammenprall mit einem Auto Mitte Februar auf der Schachtstraße.

Mehr Unfalle mit Zweiradfahrern

Aus dem Rahmen fällt die Steigerung bei der Zahl der verunglückten motorisierten Zweiradfahrer (40) insgesamt gegenüber 2019 (34) hat. Auch in der Gruppe der „Kradfahrer“ (alles Motorisierte mit einem Hubraum über 125 Kubikzentimetern) ist das zu beobachten. Hier verunglückten 18 statt 10 in 2019. Gut möglich, dass dies bei Betrachtung der geringen absoluten Zahl eher eine statistische Streuung als eine Entwicklung abbildet.

Polizei nimmt Raserszene ins Visier

Das gilt aber viel mehr noch bei einem tatsächlich großen Thema für die Polizei: Die Auseinandersetzung mit der Raserszene und dem illegalen Auto-Tuning. „Es geht nicht um die Veredlung von Fahrzeugen durch Autoliebhaber – es geht um illegale Veränderungen, die die Verkehrsicherheit beeinträchtigen. Das ist Sache der gesamte Behörde“, kündigt Kirchner eine fachstrategische Ausrichtung auf das Phänomen an.

Im Blick behält die Polizei auch die Entwicklung an sogenannten unfallauffälligen Bereichen – es gibt einen ständigen Austausch mit der Stadt und Beratungen in der Verkehrsunfallkommission, ob und was an örtlichen Gegebenheiten womöglich verbessert werden muss. Von der Polizei für Marl ausgewiesene auffällige Orte und Unfallursachen: Bergstraße/Lipper Weg (Abbiegen), Dorstener Straße / A 52 (Längsverkehr), Lipper Weg / Nibelungenstraße (Einbiegen/Kreuzen) Zechenstraße (Fahrunfall/Kontrolle über Fahrzeuge verloren).

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