Lockdown in Marl: die Fußgängerzone in Hül ist verwaist.
+
Nicht nur die Händler der Hülsstraße hoffen, bald wieder Kunden begrüßen zu dürfen.

Lockdown

Zwangspause geht weiter - Marler Händler sorgen sich um ihre Einkaufsstraßen

  • Meike Holz
    vonMeike Holz
    schließen

Friseure sehen ein Licht am Ende des Tunnels, nachdem vor einigen Tagen die Politik angekündigt hat, dass sie ab dem 1. März ihre Salons wieder öffnen dürfen. Der Einzelhandel muss hingegen weiterhin seine Kunden außen vor lassen.

Olaf Magnusson, Centermanager im Marler Stern, sieht auch für den Einzelhandel eine Perspektive. „Wir bereiten uns auf den 8. März vor“, sagt er. Der seit Mitte Dezember geltende Lockdown wurde jüngst bis zum ersten März-Sonntag verlängert. Und die derzeit sinkenden Infektionszahlen machen ihm Mut. Doch nicht jeder Händler aus Marl sieht diesen Termin so positiv.

Für Olaf Magnusson ist es wichtig, nicht nur den Einzelhandel im Blick zu haben, sondern auch die Gastronomie, da beide eng zusammengehörten. „Sonst macht ein Einkauf nicht viel Spaß“, sagt Magnusson. Er sieht sich darin nach Gesprächen mit den Firmen bestätigt, die im Marler Stern aktuell geöffnet haben dürfen. „Wir geben momentan nur Halbgas“, erzählt der Centermanager. (Vollgas geben derzeit hingegen die Bauarbeiter. ) Mit Vertretern der derzeit geschlossenen Geschäfte hat er aktuell kaum Kontakt. Wie gut die Filialisten den Lockdown überstehen, vermag Magnusson nicht zu sagen. Zumal es nicht nur Marl betrifft. „Sorgen treiben die Händler bundesweit um“, sagt Magnusson.

Einige Geschäfte bleiben wohl für immer geschlossen

Nicht nur die großen Ketten beklagen Einbußen. Den inhabergeführten Geschäften im Stadtgebiet ergeht es nicht anders. Die Gefahr von Insolvenzen ist groß. „Sicherlich gibt es das eine ohne andere Geschäft, das nicht mehr öffnen wird“, redet Susanne Bee von der Werbegemeinschaft Hüls nicht lange um den heißen Brei herum. Aktuell sei nicht der Lockdown das Problem, sondern die fehlende Perspektive. „Es gibt keinen Fahrplan, kein sichtbares Konzept für den Weg zurück“, erklärt sie. Denn von jetzt auf gleich könne man nicht öffnen, erklärt sie und verweist auf eine Reihe von Vorarbeiten. Und: „Es wäre schön, wenn Politik und Verwaltung mit uns sprechen würden“, sagt Susanne Bee. Gemeinsam könne man aktuell erörtern, „was wir flankierend machen könnten“, führt sie fort. Mängel in Fußgängerzonen etwa seien am besten jetzt zu beheben, so Susanne Bee weiter.

„Wir müssen positiv bleiben. Was sollen wir denn anderes machen?“, fragt Sabine Bachmann vom gleichnamigen Modehaus in Drewer. Erst wenn die Infektionszahlen weiter sinken, könnten die Geschäfte öffnen. Der Familienbetrieb hat nicht nur mit einem Abhol- und Lieferservice auf die besonderen Umstände reagiert, sondern nutzt auch soziale Netzwerke. „Unsere Tochter Julia bringt neuen Schwung rein“, sagt Sabine Bachmann.

Nicht alle Kunden werden in die Geschäfte zurückkehren

Auch Ursula Thierling von der Schuh-Oase in Brassert nutzt einen Hol- und Bringdienst, um „im Gespräch zu bleiben“, wie sie sagt. Gerade jetzt, wo die neue Frühlingskollektion ansteht. Mit derartigen Angeboten würden Händler ihre Fixkosten decken können, „zum Teil aber auch nicht“, ergänzt sie. Ursula Thierling erwartet in diesem Jahr keine Rückkehr zu einer gewissen Normalität, auch wenn sich die bisherigen Hygienemaßnamen bewährt haben.

Große Sorgen macht ihr der Online-Handel, der seit dem Beginn der Pandemie boomt. „Wir hoffen, dass die Städte dadurch nicht kaputt gehen“, so Ursula Thierling. Wieviele Kunden in die Geschäfte zurückkehren, sie ebenso fraglich. Wie vielen Kollegen bleibt Ursula Thierling nur eines: „Wir müssen abwarten und positiv denken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Coronavirus in Marl: Behörden nennen einen weiteren Todesfall
Coronavirus in Marl: Behörden nennen einen weiteren Todesfall
Coronavirus in Marl: Behörden nennen einen weiteren Todesfall
Mutmaßlicher Drogenhändler festgenommen - Das fanden die Ermittler auch noch bei einem Marler
Mutmaßlicher Drogenhändler festgenommen - Das fanden die Ermittler auch noch bei einem Marler
Mutmaßlicher Drogenhändler festgenommen - Das fanden die Ermittler auch noch bei einem Marler
64 Millionen Euro für ein fahrradfreundliches Marl - diese Radwege sind geplant
64 Millionen Euro für ein fahrradfreundliches Marl - diese Radwege sind geplant
64 Millionen Euro für ein fahrradfreundliches Marl - diese Radwege sind geplant
Viel Arbeit wartet auf die Marler Tiefbauer
Viel Arbeit wartet auf die Marler Tiefbauer
Viel Arbeit wartet auf die Marler Tiefbauer
Grimme-Preisverleihung ist auf der Bühne geplant und das mit einer „unorthodoxen“ Auswahl
Grimme-Preisverleihung ist auf der Bühne geplant und das mit einer „unorthodoxen“ Auswahl
Grimme-Preisverleihung ist auf der Bühne geplant und das mit einer „unorthodoxen“ Auswahl

Kommentare