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Das Corona-Virus ist auch in Marl ein Thema.

Grassierender Erreger

Coronavirus ist auch in Marl ein Thema: So ist die Lage im Kindergarten

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Nach dem ersten Verdachtsfall in Marl war der Kindergarten in Hüls geschlossen. So ist die Situation in Hüls - und eine Mutter ist sauer auf die Stadt.

  • Der Kindergarten öffnet wieder am Freitag.
  • Auch Apotheker in Marl ergreifen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus.
  • Eine Mutter ist sauer auf die Stadt. 

Update, 5.3., 17.30 Uhr: Vorsorglich hatte die Stadt die Kindertagesstätte an der Max-Reger-Straße am Donnerstag geschlossen. Nach der Entwarnung läuft am Freitag der Betrieb wieder ganz normal. „Wir sind froh, dass wir die Anordnung zur Schließung der Kita wieder aufheben können und die Kinder und Beschäftigten nicht mehr unter häuslicher Isolation stehen“, sagt Landrat Cay Süberkrüb am Donnerstag in einer Pressekonferenz.

Mutter aus Marl ist sauer 

Zwei Kinder von Tatjana Eva Frech besuchen den Kindergarten. Die Mutter bemängelt die schlechte Informationspolitik von Stadt und Kreisverwaltung. „Weder die Kita noch das Gesundheitsamt haben sich bei mir gemeldet. Das ist eine bodenlose Frechheit“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir mussten uns um alles selbst kümmern.“ Ihre Kinder seien am Mittwoch bis 15.30 in der KiTa gewesen. „Bis dahin wusste ich von nichts.“ Erst später sei sie von Bekannten auf den möglichen Corona-Fall in der Kindertagesstätte aufmerksam gemacht worden. Tatjana Eva Frech rief daraufhin bei der Kindergartenleitung an, die sie auf den Stand der Dinge brachte. „Ich habe mich um meine Kinder gesorgt und hatte Angst“, sagt die Mutter eines Jungen (5) und eines Mädchens (4). Auch, dass der Kindergarten  geschlossen war und am Freitag erst wieder öffnete, erfuhr sie durch die Medien. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir telefonisch Bescheid bekommen.“

Update, 2.3., 16.40 Uhr: "Bei vielen Reiseveranstaltern können Kunden, die jetzt oder bis Mitte April eine Reise buchen, bis zu 14 Tage vor dem Antritt kostenlos stornieren oder umbuchen“, erklärt Christoph Klix, Inhaber des Reisebüros „Meine Reisebox“. Zu den Veranstaltern mit diesem Angebot gehören unter anderem TUI, Alltours, Schauinsland, FTI und ITS. Die Aktion gilt nur für Reisen bis zum Ende der Sommersaison am 31. Oktober. 

Marler Reiseveranstalter klären auf

Klix: „Für die genauen Fristen der einzelnen Veranstalter müssen sich Urlauber bitte frühzeitig an ihren Veranstalter oder das Reisebüro wenden.“ Wichtig: Diese Regelung gilt nur für Kunden, die jetzt buchen – nicht für bereits abgeschlossene Reisen. „Dann gelten die weiterhin die allgemeinen Geschäftsbedingungen“, so Klix – nach dem Motto: Je später die Reisenden die Reservierung stornieren, desto teurer wird es. Zudem gilt das Angebot nur für Katalogprodukte der Veranstalter und nicht für einzelne Flüge oder spezielle Angebote. Christoph Klix erklärt weiter, dass auch eine Reiserücktrittsversicherung nicht einspringt, wenn viele Coronavirus-Fälle im Reiseort auftauchen. „Man muss schon selbst krank sein, damit die Versicherung greift“, betont Klix, der bereits einige Kunden zu diesem Thema aufklären musste.

Update, 28.2., 16.15 Uhr: Die Angst vor dem Corona-Virus macht auch vor Kirchen nicht halt. Im Kölner Dom beispielsweise bleiben die Weihwasserbecken seit gestern leer, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. So verfährt auch die katholische Kirchengemeinde Hl. Edith Stein. Der leitende Pfarrer Heiner Innig: „Auch bei uns sind die Weihwasserbecken nun leer.“ Diese Vorgabe der katholischen Deutschen Bischofskonferenz werde umgesetzt, bis keine erhöhte Infektionsgefahr mehr bestehe. 

Kein Friedensgruß mehr in Kirche in Marl

Auch zum Friedensgruß in den Gottesdiensten – mit Händeschütteln – werde nicht mehr aufgerufen. Seinen Mitarbeitern und den am Gottesdienst beteiligten Personen empfiehlt er, sich häufig die Hände zu waschen und Desinfektionsmittel zu benutzen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. 

Ulrich Müller, Pfarrer von St. Franziskus, sieht die Sache etwas gelassener. „Wir lassen das Weihwasser in den Becken“, erklärte er auf Nachfrage. Aber natürlich bliebe es jedem Kirchenbesucher freigestellt, dies zu nutzen. „Wir trauen den Menschen zu, das selbst entscheiden zu können.“ Auch den Friedensgruß werde er nicht verbieten. „Aber wir werden auch nicht mehr speziell dazu auffordern.“

Coronavirus: Findet die Besenpart in Marl statt? 

Update, 28.02.2020, 13.20: Mehr als 60 Gruppen haben sich für den Besentag in der Stadt Marl am Samstag, 29.2., angemeldet. Abschließend findet in jedem Jahr im Zentralen Betriebshof an der Zechenstraße die "Besenparty" statt, zu der alle Gruppen eingeladen sind. 

Diese ist, wie die Stadt Marl auf Nachfrage mitteilt, aber nicht von einer Absage gefährdet und wird wie geplant stattfinden. Andere Großveranstaltungen in der Region stehen aktuell auf der Kippe

Coronavirus in Marl: Apotheken wappnen sich

Update, 27.02., 13.40 Uhr: Die Kreis-Vertrauensapothekerin Juliane Stark-Kreul verweist gegenüber unserer Redaktion darauf, dass es aufgrund des Coronavirus in den Marler Apotheken aktuell anders als gewohnt aussehen kann: "Nach der Sitzung der Ärzte wurde uns Apothekern auch empfohlen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen."

Separate Beratungsplätze für Apotheken-Kunden in Marl

Dementsprechend werden Kunden beispielsweise in der Engel-Apotheke, deren Inhaberin Juliane Stark-Kreul ist, mit großen Plakaten gebeten, sich beim Betreten und Verlassen der Räume die Hände zu desinfizieren. Auch gibt es separate Beratungspätze für Kunden, die Coronavirus-Sympthome aufweisen: "Wir haben eine Wegführung eingerichtet, die entsprechende Kunden an Beratungsplätze leitet, wo sie mit Mundschutz beraten werden." 

Apothekerin aus Marl gibt Tipps zu Hygienemaßnahmen

Ziel der Maßnahme sei es, Mitarbeiter und Kunden der Apotheken gleichermaßen zu schützen. Gleichzeitig weist Stark-Kreul auf ihrer Facebook-Seite auf Hygienemaßnahmen hin, die jeder ergreifen kann, um sich vor dem Coronavirus zu schützen: "Das Wichtigste bleibt das Händewaschen." Weitere Tipps im Video der Apothekerin: 

Ärzte in Marl treffen sich zur Dringlichkeitssitzung

Unsere bisherige Berichterstattung: Bei der Dringlichkeitssitzung des Marler Ärztenetzes am Mittwoch stimmten die Mediziner das Vergehen beim Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus ab.

Patienten mit Symptomen von Atemwegsinfektion und Kontakt zu Risikopersonen oder möglicherweise Infizierten oder die sich in den letzten Tagen in Norditalien oder auf Teneriffa aufhielten, sollten sich laut Marler Ärztenetz telefonisch mit den Marler Arztpraxen in Kontakt setzen.

Ärzte in Marl stehen in Kontakt mit Krankenhäusern

Nach der Kontaktaufnahmen können die Ärzte in Marl das weitere Vorgehen abstimmen. Wichtig ist dabei wann, wie und wo der Verdachtsfall weiter abgeklärt werden kann. Dazu steht die Marler Aerzteschaft in engem Kontakt mit den beiden Marler Krankenhäusern Paracelsus-Klinik und Marien-Hospital sowie den Behörden.

Der Coronavirus-Ausbruch in Italien ist beunruhigend. Das Virus ist in Europa angekommen. Nun gibt es Fälle in Baden-Württemberg und NRW.

Hamsterkäufe wegen Coronavirus - Edeka in Oer-Erkenschwick sagt Grilltermin mit 250 Gästen vorsorglich ab.

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