Die Otto-Hue-Straße ist eine wichtige Verbindung in Marl-Hüls.
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Die Otto-Hue-Straße ist eine wichtige Verbindung in Marl-Hüls.

Straßen-Serie

Reichlich Zechenromantik und noch mehr Bäume

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
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Die etwa einen Kilometer lange Strecke ist eine wichtige Verbindung in Marl-Hüls. Sie führt von der ehemaligen Zeche Auguste Victoria bis zum Jahnstadion.

Unsere Reise entlang der Otto-Hue-Straße beginnt an der viel befahrenen Kreuzung mit der Victoriastraße. Hier ging es für Generationen von Bergarbeitern einst auf das Gelände der Schächte AV 1/2. Auf dem Parkplatz gegenüber befand sich früher ein Kiosk, der die Kumpel nach getaner Arbeit mit Zigaretten und sonstigen Erfrischungen versorgte.

Dort parken heute die Kunden eines Schnäppchenmarktes. Der hatte in den letzten Jahrzehnten einige Vorgänger. Unter anderem versuchten sich hier die Betreiber von Rewe- und Minimärkten. Einige Marler erinnern sich an dieser Stelle vielleicht auch noch an die Eckkneipe „Nashville“. Die wollte vor knapp 30 Jahren Marler Country- und Western-Fans ansprechen. Viele kamen allerdings nicht, denn die Kneipe schloss schnell wieder.

An den Markt angrenzend betreibt Andrea Levedag seit 13 Jahren eine Lotto-Annahmestelle für eine gemischte Kundschaft. Sie fühlt sich wohl dabei. „Sonst wäre ich nicht so lange hier“, sagt sie und lacht.

Wir gehen weiter und treffen Jürgen Menrath. Er fährt seit 15 Jahren Taxi für das Traditionsunternehmen Jakubiak. Durch Corona hätte die Branche sehr gelitten. „Viele Fahrten für Evonik fallen weg, weil die Leute im Homeoffice arbeiten“, sagt Menrath. Dazu zählen beispielsweise Routen zum Düsseldorfer Flughafen. Generell seien Taxis in Marl aber weniger gefragt als früher. Dafür seien einst als berüchtigte Gegenden wie die Merkur-, Brüder- oder Teile der Halterner Straße längst nicht so schlimm, wie allgemein angenommen.

Wir ziehen weiter, passieren alte und neue Häuserfassaden. Vorbei am ehemaligen Waschsalon erreichen wir die Ernst-Immel-Realschule. An den offenen Klassenraumfenstern erkennen wir: da wird gerade (corona-)gelüftet. Hinter der Schule beginnt der Jahnwald, der die Reste des 1927 eröffneten Jahnstadions umschließt. Darin trat 1984 mal die englische Band The Cure auf.

Für den Baumbestand des Waldstücks setzen sich Umweltschützer ein. Sie fürchten, dass hier bald Bäume für Immobilien Platz machen müssen. Dagegen hätte Oli Pöller so Einiges. Er führt hier täglich seinen Hund aus. „Die Natur ist doch das Wichtigste. Gerade in Corona-Zeiten ist es gut, hier abschalten zu können“, sagt Oli Pöller. Ähnlicher Meinung ist Diana Schwarz. Mit Hündin Muffin kommt sie aus der Waldsiedlung. „Der Jahnwald gefällt mir sehr gut und es wäre schade, wenn es ihn nicht mehr geben würde“, meint Diana Schwarz.

Seit 20 Jahren lebt Petra Ruhland in der Gegend. Sie mag das Umfeld und die gute Nachbarschaft. Was ihr weniger gefällt ist der Verkehr. Auf den letzten Metern, wenn die Otto-Hue-Straße auf den Ovelheider Weg trifft, sei viel los. „Viele Autos aus Lenkerbeck oder Recklinghausen fahren dann hier vorbei“, meint Petra Ruhland. Wir treten den Rückweg an und bemerken eine andere Sache, von der es an der Otto-Hue-Straße wirklich sehr viel gibt: Laub.

Reisen Sie mit uns auch über andere Marler Straßen. Wie wäre es mit der Loestraße, dem Lipper Weg oder der Schwalbenstraße?

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