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Es wird mehrere Verhandlungstage geben.

Gerichtsverfahren

Diebstahl, Körperverletzung, Drogen: Diese Gerichtsverhandlung benötigt über 20 Zeugen 

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Der Marokkaner soll zahlreiche Diebstähle begangen haben. Zudem wird ihm unter anderem Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen.

  • Der Mann ist 32 Jahre alt und stammt aus Marokko.
  • Er wird angeklagt aufgrund vieler Delikte. Die Verhandlung wird an mehreren Tagen stattfinden.
  • Zu den Anklagepunkten gehören Körperverletzung und Diebstahl.

Nach rund 20 Minuten konnte die Staatsanwältin einmal kräftig durchatmen. Denn so lange hatte es gedauert, bis sie alle Anklagepunkte vorgelesen hatte. Es waren drei Anklageschriften, eine mit 28 Anklagepunkten. Der Angeklagte ist Marokkaner (32). Bevor er in Untersuchungshaft kam, lebte er in einer Flüchtlingsunterkunft in Marl. Ihm werden verschiedene Delikte vorgeworfen: gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Diebstahl, Schwarzfahren, Sachbeschädigung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Autos sind beschädigt in Marl

Der Angeklagte sagte über sich selbst, dass er psychische Probleme habe und seit 15 Jahren Drogen nehme. Dazu gehören Kokain, Ecstasy, Marihuana und Alkohol. Betrunken war er auch, als er Anfang letzten Jahres vermutlich sechs Autos und ein Kioskfenster auf der Otto-Hue-Straße/Droste-Hülshoff-Straße beschädigt haben soll. Der Angeklagte berichtete vor Gericht, dass er mit einem Bolzenschneider ein Fahrrad klauen wollte, da ein Mitbewohner in der Unterkunft ein Fahrrad gebraucht habe. Er wurde jedoch schon vor dem Diebstahl sauer auf sich selber, sagte er, weil er keine Unschuldigen bestehlen wolle. Aus Wut, gemischt mit Alkohol, beschädigte er die Autos, gestand er. Er selbst sprach von zwei bis drei Autos, sechs seien es auf keinen Fall gewesen und an die Beschädigung des Kiosks habe er keine Erinnerung. Ein Zeuge berichtete, dass er an diesem Abend einen lauten Knall gehört hatte. Das war das Zersplittern der Fensterscheibe seines geparkten Autos auf der Straße. Die Polizei fand im Auto auch die Tüte mit dem Bolzenschneider. Bei den anderen Autos seien die Seitenspiegel abgebrochen gewesen.

Beleidigungen und Schlägereien im Flüchtlingsheim in Marl 

Dem Angeklagten werden auch Diebstähle im Wert von zwei bis 80 Euro vorgeworfen. So soll er versucht haben, Rasierklingen zu klauen, um sie später für Drogen weiterzuverkaufen. Dazu kommen körperliche Auseinandersetzungen in Flüchtlingsheim und in einem Supermarkt. Zu einer Schlägerei sei es in seiner Unterkunft gekommen, bei der auch der Angeklagte involviert gewesen sei, sagte ein Zeuge aus. Der Angeklagte sprach von Notwehr, ihm sei im Vorfeld schon der Arm von seinem Gegenüber gebrochen worden sein. Im Supermarkt soll der Angeklagte eine Angestellte geschlagen und getreten haben, nachdem diese ihn des Ladens verweisen wollte, da er dort Hausverbot habe. Der Angeklagte bestreitet sowohl das Hausverbot als auch die Schläge. Zudem soll der Angeklagte Bahn-Mitarbeiter, Flüchtlingshelfer und eine Stadtmitarbeiterin beleidigt haben, und in einem Fall die „Kopf-ab“-Geste gemacht haben und mit einer Bombenexplosion im Marler Rathaus gedroht haben soll. 

Psychologisches Gutachten im Marler Gericht

Die Verhandlung setzte die Vorsitzende Richterin des Schöffengerichts auf zwei Termine an. Dieses Mal befragten Richterin, Verteidiger und Staatsanwältin 17 Zeugen, weitere folgen beim Fortsetzungstermin Ende März. Dann wird auch das Urteil erwartet – wenn der Fall nicht noch einmal neu aufgerollt wird. Der Grund: Wird dem eventuellen Antrag der Verteidigung auf ein psychologisches Gutachten zur Schuldunfähigkeit stattgegeben, so müssten viele Zeuge noch einmal eingeladen werden, damit der Gutachter sich ein Bild machen kann. Der Verteidiger wollte nun mit dem Angeklagten sprechen, ob dieser ein psychologisches Gutachten möchte. Die Entscheidung steht noch aus.

Eine Entscheidung hat das Gericht beim Taxibetrug gefallen.

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