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Petra Bartsch und ihre Hunde (v. li.): Asko vom Haus Fuchsgraben (5 Jahre), Dark vom Eragon (7) und Aaron vom Tribunal (22 Monate) Die Tiere gehören für sie zur Familie. 

Rettungshunde

Diese Hunde aus Marl retten Menschenleben - so viel Zeit investieren die Besitzer ehrenamtlich 

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Petra und Andreas Bartsch bilden seit zehn Jahren Rettungshunde aus. Ihre Tiere waren schon bei vielen Einsätzen für die Feuerwehr dabei.

  • Das Ehepaar Bartsch hat drei Rettungshunde.
  • Die Hunde retten in Nordrhein-Westfalen Leben.
  • Bis zu sechs Stunden investieren die Besitzer pro Tag.

Wenn Petra Bartsch von ihren Hunden erzählt, leuchten ihre Augen. „Einer der schönsten Momente ist es immer, wenn wir erfahren, dass unsere Hunde bei einem Einsatz einen Menschen gerettet haben“, sagt die 54-jährige Marlerin. Mit ihrem Mann Andreas geht Petra Bartsch seit zehn Jahren einem gemeinsamen Hobby nach: dem Rettungshundesport. Aktuell hat das Ehepaar drei Schäferhunde. Dark (7 Jahre) und Asko (5) sind regelmäßig im Dienst für die Feuerwehr, der junge Aaron (22 Monate) ist noch in der Ausbildung. 

Marler Hunde helfen in NRW

Die Hunde helfen in ganz Nordrhein-Westfalen bei verschiedenen Einsätzen. Diese unterscheiden sich meist in „Trümmer“ oder „Feld“. Im ersten Fall bedeutet das die Suche in eingestürzten Gebäuden. Die Hunde suchen dann selbstständig nach Verschütteten und können in bis zu sechs Metern Tiefe noch Opfer finden. Bevor es zum zweiten Fall kommt – der Suche im Wald oder im offenen Gelände – suchen sogenannte Mantrailer nach Personen. „Das sind klassische Spürhunde der Polizei, denen vorher beispielsweise ein Kleidungsstück des Vermissten vor die Nase gehalten wird.“ Die Suche der Mantrailer kann vor einem Feld oder Waldstück enden. Danach übernehmen die Hunde von Petra Bartsch. „Die spüren dann jeden Menschen in dem Gebiet auf.“ 

Marl: Erfahrener vierbeiniger Retter

Dark hat bereits 100 Einsätze hinter sich, Asko kommt auf knapp 40. Damit die drei Retter fit sind, wird viel trainiert. „Wir fahren zu Trainingsgeländen bis nach Nürnberg oder tief nach Bayern“, sagt Andreas Bartsch: „In den letzten zweieinhalb Jahren legten wir dafür 75.000 Kilometer zurück.“ Auf unsere Frage, wie viel Zeit ihre Rettungshunde in Anspruch nehmen, kneift Andreas Bartsch die Augen zusammen und sagt: „Bei diesem Hobby stört es, wenn man nebenbei berufstätig ist.“ Sein Lachen verrät aber, dass es nicht so schlimm sein kann. Petra Bartsch ergänzt: „Sechs Stunden täglich nimmt das schon in Anspruch.“ Dazu zählen dreimal Gassigehen, Füttern, Spielen und sonstiges Kümmern. An manchen Tagen sei das körperlich anstrengend.

Marl: Was macht ein Rettungshund? | cityInfo.TV

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Marl: Hunde-Alarm kommt per App aufs Handy

Vom Alarm bei der Feuerwehr erfahren die Hundehalter ihres Vereins durch eine App auf dem Handy. „Wer dann Zeit hat, übernimmt den Auftrag“, erklärt Petra Bartsch. Ihre Dienste für die Rettungskräfte werden übrigens nicht vergütet. „Das machen wir alles ehrenamtlich.“ Umso unverständlicher ist es für die Halter, dass sie nicht von der Hundesteuer befreit werden. „Wir erhielten früher mal eine Ermäßigung von 50 Prozent. Aber die Stadt Marl hat uns gesagt, dass das jetzt nicht mehr ginge“, sagt Petra Bartsch. Spenden werden in ihrem Verein deshalb dankend angenommen.

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