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Die Eltern sind sauer auf die Diakonie.

Werkstätten für Menschen mit Behinderung

Eltern sind sauer auf die Diakonie - das ist der Grund

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Eltern, deren Kinder die Recklinghäuser Werkstätten am Schacht 6 besuchen, machen dem Diakonischen Werk Vorwürfe. Der Träger der Einrichtung sieht das allerdings anders.

  • Die Behinderten-Werkstatt in Marl ist geschlossen.
  • Jedoch sei das zu spät geschehen, sagen betroffene Eltern.
  • Im April soll die Werkstatt wieder geöffnet werden.

Seit Mittwoch gilt die behördliche Anweisung, die Behinderten-Werkstatt der Diakonie am Schacht 6 genau wie die anderen im Land wegen der Corona-Krise zu schließen. „Wir haben aber aus eigenem Antrieb am Wochenende beschlossen, unseren Betrieb bereits am Montag einzustellen“, erläutert Pressesprecher Michael Wiese auf Nachfrage. 

Eltern in Marl sind sauer

Für einige Eltern kam die Schließung allerdings viel zu spät. „Das Thema Corona ist ja nicht erst am letzten Wochenende hochgekocht“, meint Anja Gaber-Schäfer, deren Sohn in den Werkstätten arbeitet. Sie meint, dass das Diakonische Werk im Kirchenkreis Recklinghausen viel eher hätte reagieren müssen. Aus Gesprächen und vielen Kommentaren in den sozialen Netzwerken sieht sie sich in ihrer Meinung bestätigt. „Alle hatten Angst“, sagt sie und kritisiert gleichzeitig die Informationspolitik des Diakonischen Werks. Niemand hätte den Eltern mitgeteilt, wie der Stand der Dinge sei. Sie und ihr Mann waren froh, dass am Mittwoch die Entscheidung pro Schließung fiel. Sie werden ihren Sohn nun zuhause betreuen – solange bis der Werkstätten-Betrieb wieder aufmacht. Das wird, so das Diakonische Werk, am Donnerstag 16. April, der Fall sein.

„Verständnis für die Sorgen der Eltern“ 

Diakonie-Sprecher Michael Wiese hat Verständnis für die Sorgen der Mutter wie auch der anderen Eltern. „Aber wir waren die erste Werkstatt in Nordrhein-Westfalen, die auf die Krise reagiert hat und den Betrieb quasi auf eigenes Risiko geschlossen hat.“ Die anderen Werkstätten im Land hätten erst am Mittwoch, nachdem die behördliche Anweisung kam, nachgezogen. „Viele wissen nicht, dass man so eine große Einrichtung nicht Knall auf Fall zumachen kann“, so Wiese weiter. Viele Dinge müssten bedacht, Kontakte zu Behörden, Leistungsträgern und Kunden der Einrichtung hergestellt und die Maßnahmen abgestimmt werden. Schließlich müsse der Produktionsbetrieb in bestimmten Bereichen sichergestellt werden. „Das machen wir nun mit Personal aus anderen Abteilungen“, so der Pressesprecher. Er ist sicher: „Wir haben richtige und verantwortliche Entscheidungen getroffen.“ 

Risikogruppe arbeitet dort

Das sieht Anja Gaber-Schäfer völlig anders. Sie ist der Meinung, dass die Verantwortlichen mit der Corona-Problematik im Vorfeld anders hätte umgehen müssen. „Ich glaube, wenn wir als Eltern nicht auf die Barrikaden gegangen wären, hätten die das Ganze ausgesessen und nichts wäre passiert“, sagt sie. Dabei seien die behinderten jungen Menschen doch eigentlich diejenige Risikogruppe, die man als Erste hätte schützen müssen.

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