Schon 700 Unterschriften gesammelt

Marl: Endlich ein geschützter Freilauf für alle Hunde - jetzt wirbt Harald Hutter mit seinen Riesen-Tieren

  • Thomas Brysch
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Der Marler Hundebesitzer Dr. Harald Hutter sammelt Stimmen für einen umzäunten Hunde-Freilauf, wie ihn viele Städte der Region schon haben. Mit einer Petition will er den Rat von seiner Idee überzeugen. 700 Stimmen hat er schon. Jetzt stellt er seine vier Lieblinge vor.

Update 11.03.: Sie heißen Mocca, Mookye, Mo und Thor, und es sind mächtige Tiere, teils 50 Kilo schwer, doch sie gehen eng bei Fuß und sie bewegen sich mit der Grazie und Disziplin von Ballettschülerinnen. Mit seinen vier Hunden wirbt Dr. Harald Hutter jetzt für die Idee einer umzäunten Hundewiese in Marl. Hutters Überzeugung: Wenn Hunde sich an der eigentlich nicht artgerechten Leine ruhig, entspannt und gehorsam verhalten sollen, geht das nur über Bewegung: „Hunde müssen toben, daraus wächst Disziplin“, sagt der Marler: „Sie brauchen den Wechsel von Anspannung und Entspannung. Sie brauchen Führung und eine klare Körpersprache des Besitzers. Dann leben sie in ihrer Komfortzone.“ Der Freilauf soll dazu dienen, Bewegung zu fördern, und das, ohne die Mitbürger zu belästigen oder gar zu gefährden.

Das haben wir bisher berichtet: Es geht um einen sicheren Auslauf für Hunde, die sich ohne Leinenführung einmal richtig austoben wollen, so wie es artgerecht ist. Und es geht darum, andere Bürger, die mit Hunden nichts am Hut haben, dabei nicht zu gefährden. Stellvertretend für viele Hundebesitzer in Marl hat Dr. Harald Hutter eine Unterschriftenaktion gestartet. Mit möglichst vielen Bürgerstimmen will er an die Stadt Marl appellieren, einen eingezäunten Freilauf für die Vierbeiner zu errichten. Die Unterschriften werden im Internet und von aktiven Unterstützern auf Papier gesammelt. Etwa 500 Stimmen sind schon beisammen.

Im Marler Stadtgebiet gilt Leinenpflicht für große Hunde

Das Problem: In Marl gilt überall im Stadtgebiet Leinenpflicht für große Hunde. Andere Ruhrgebietsstädte wie Castrop-Rauxel, Dorsten, Essen, Gladbeck, Mülheim an der Ruhr, Oer-Erkenschwick oder Waltrop sind da weiter: Sie stellen ihren Bürgerinnen und Bürgern solche Flächen zur Verfügung. Das will Harald Hutter auch erreichen.

Die Stadt soll ein Konzept erarbeiten und den Standort festlegen

Sobald 1100 Stimmen aus Marl beisammen sind, soll eine dann eingereichte Petition folgendes beinhalten: „Die Stadt Marl erarbeitet ein Hundewiesenkonzept über mögliche Flächen, deren Geeignetheit und Pflegeaufwand und legt dies dem Rat zur Entscheidung über den Standort vor.“ Wirklich spannend ist natürlich die Frage, welche Flächen ganz konkret als Hundefreilauf infrage kommen könnten. Hier hält sich Hutter bedeckt und verweist auf die Zuständigkeit der Stadt. Sie soll die Fläche nach sachgemäßer Prüfung bestimmen und alle notwendigen Maßnahmen wie etwa die Errichtung eines Schutzzaunes durchführen.

Bündnisgrüne unterstützen den Vorschlag

Hutter ist deshalb nach eigenen Angaben im Gespräch mit den Parteien im Rat. Die Fraktion von Bündnis 90/Grüne unterstützt die Idee einer geschützten Hundewiese. Fraktionschef Michael Sandkühler betont, dass seine Partei selbst den Antrag auf Prüfung des Vorhabens gestellt hat. Das war im September 2020. Er wurde vom Rat an den Stadtplanungsausschuss weitergereicht. Doch der tagt coronabedingt zurzeit nicht, sodass das Vorhaben in der Luft hängt. Vielleicht im April, so Sandkühlers Einschätzung, könnte der Stadtplanungsausschuss das Thema weiter behandeln und eine Empfehlung für den Rat abgeben.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa)

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