Raser auf nächtlichen Straßen. Lassen sie sich durch einen Ampelstop aufhalten?
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Raser auf nächtlichen Straßen. Lassen sie sich durch einen Ampelstop aufhalten?

Kompliziertes Völkerrecht

Erfindung aus Marl soll Raser bremsen - wird der Ampelstop ein Fall für die UNO?

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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CDU-Ratsherr Uwe Göddenhenrich aus Marl hat einen Ampelstop erfunden. Die Vorrichtung soll Raser bremsen, die vor gelben Ampeln noch schnell Gas geben. Aber wird sie sich durchsetzen? Möglicherweise müsste das Völkerrecht geändert werden.

  • CDU-Ratsherr Uwe Göddenhenrich aus Marl will mit neuer Erfindung Raser bremsen
  • Vorrichtung wird auf Ampel aufgesetzt
  • Ampelstop kommt in den Konflikt mit System, das die Vereinten Nationen entwickelten

Schon immer hat sich Uwe Göddenhenrich über Raser aufgeregt, die vor einer gelben Ampel noch mal richtig Gas geben. Deshalb will der Verkehrspolitiker und Kreistagskandidat der CDU jetzt eine Erfindung auf den Markt bringen, die solche Raser bremst: den „Ampelstop“. Es ist ein Ampelaufsatz, bei dem Auto- und Radfahrer erst wenige Meter vor der Lichtzeichenanlage erkennen, ob sie Gelb, Rot oder Grün anzeigt. Das zwingt zu umsichtigem Fahren. So könnten viele schwere Verkehrsunfälle verhindert werden, ist Uwe Göddenhenrich überzeugt. 

Doch die Erfindung aus Marl durchzusetzen, erweist sich für ihn schwieriger als gedacht. Müssen die Vereinten Nationen eingeschaltet werden? 

Erster Erfolg für Erfindung aus Marl beim Patentamt

Einen Gebrauchsmusterschutz für seine technische Vorrichtung beantragte Göddenhenrich vor einem Jahr beimPatentamt in München. Zwei Monate später erhielt er die Urkunde über die Eintragung. Das wertet er als ersten Erfolg. 

Doch als Uwe Göddenhenrich sich vor einem Jahr an die Umsetzung machte, wurde es kompliziert. Oliver Wittke, damals Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, leitete die Marler Ampelstop-Idee an das Bundesverkehrsministerium und die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen weiter. Sie erstellt Richtlinien für Ampeln, sah aber das „Wiener Übereinkommen über Straßenverkehrszeichen von 1968“ verletzt, wenn eine Ampel so wahrgenommen werde, dass alle Lichter Rot zeigen. 

Kompliziertes Völkerrecht bremst Erfinder aus Marl

Den zweiten Versuch machte Göddenhenrich bei seinem Parteifreund und Europaparlamentarier Dennis Radtke. Der riet ihm, sich an die Vereinten Nationen zu wenden. Sie habe in den 1950er-Jahren das Drei-Farben-System weiterentwickelt, damit Gelbphasen rechtzeitig erkannt werden und Autofahrer früh genug anhalten oder flüssig weiterfahren können. 

Nun lasse Christian Herker aus der Arbeitsgruppe Verkehr der CDU/CSU-Bundestagsfraktion prüfen, ob die Bundesrepublik Deutschland einen Vorstoß für einen Ampelstop angesichts dieser komplexen völkerrechtlichen Vertragssituation unternehmen kann, erklärt Uwe Göddenhenrich. Der Marler will sich jedenfalls nicht bremsen lassen, „PS-Monster“ zu stoppen: „Ich lasse mich nicht gleich abweisen, wenn mal eine Tür zu ist.“

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