Der Schornstein des neuen Gas- und Dampfkraftwerks wird errichtet.
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Der Schornstein des neuen Gas- und Dampfkraftwerks wird errichtet.

Mega-Bauprojekt

Neues Kraftwerk im Chemiepark soll viel verändern

  • Martina Möller
    vonMartina Möller
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Mit dem Bau moderner Gas- und Dampfkraftwerke bricht Evonik in ein neues Energiezeitalter auf. Es gibt aber noch mehr Großprojekte in Marl.

Seit dem Sommer letzten Jahres wird im Chemiepark an mehreren Großprojekten gebaut. Das ist keine Baustelle wie jede andere. Dafür wird insgesamt eine Milliarde Euro investiert: Evonik erweitert die Anlage für den Hochleistungskunststoff Polyamid 12. Ineos Phenol errichtet eine neue Cumol-Produktion. Mit zwei neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerken. Sie ersetzen veraltete Kohlekraftwerke. Damit läutet Evonik zusammen mit der Siemens Energy AG ein neues Energiezeitalter ein. Nach gut acht Jahrzehnten hat die Stromgewinnung aus Kohle hier demnächst ausgedient.

„Ich bin zufrieden mit dem aktuellen Stand der Bauarbeiten“, so Dirk Müller-Nordhausen im Interview mit der Standortzeitung des Chemieparks „Inform“. Zusammen mit Harald Schneider sorgt er als Multiprojektkoordinator des Chemieparks nicht nur für einen reibungslosen Ablauf der Baustellen, sondern auch dafür, dass der Alltag für die ansässigen Unternehmen möglichst störungsfrei weitergeht.

Am ehemaligen Zechengelände AV 3/7 sind 800 zusätzlich Parkplätze angemietet worden. Von hier aus bringen Shuttlebusse die Fremdarbeiter in den Chemiepark. Derzeit sind das rund 350. Bis zu 1200 werden in den kommenden Monaten auf den Baustellen eingesetzt, wo nach dem Stahlbau nun die Montage der Anlagen beginnt. Außerdem werden Anlieferungen per Lkw durch ein Geo-Informationssystem gesteuert. Übernachten müssen die Fremdarbeiter außerhalb des Chemieparks. „Das Übernachten ist im Chemiepark für niemanden außer der Werkfeuerwehr erlaubt, die 24 Stunden vor Ort ist“, erläutert Evonik-Standortsprecherin Alexandra Boy.

Marl: Erstes Kraftwerk soll 2022 ans Netz gehen

Bereits im ersten Quartal 2022 soll das erste der neuen Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) ans Netz gehen, das zweite soll im Sommer desselben Jahres folgen. Trotz der Corona-Pandemie geht es auf dieser wie auf den anderen Baustellen hinter den Zäunen des Industriegeländes zügig voran. Das erste Kraftwerk ist inzwischen auch von außen gut sichtbar. Es steht ganz in der Nähe zum Lipper Weg, in direkter Nachbarschaft zum Kohlekraftwerk I.

Marl: Kraftwerk könnte Energiebedarf von 750.000 Haushalten decken

Das Kraftwerk besteht aus zwei jeweils 90 Megawatt starken Blöcken mit Gas- und Dampfturbinen. In vollem Betrieb sollen sie künftig eine Gesamtleistung von 270 Megawatt Strom erbringen. Das entspricht dem Bedarf von rund 750.000 Haushalten. Mit den neuen Kraftwerksblöcken kann pro Jahr rund eine Million Tonnen CO2 eingespart werden, kündigt Evonik an. Von der Energieversorgung am Standort profitieren nicht nur die rund 100 Produktionsanlagen im Chemiepark, sondern auch etwa 2000 Marler Haushalte. Sie werden künftig mit umweltfreundlich erzeugter Fernwärme aus dem Verbundnetz beliefert werden können.

Im September nahm Evonik in Marl eine Versuchsanlage in Betrieb.

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