Badespaß trotz Corona?

Zwei Marler Schwimmbäder bereiten sich auf die Saison vor - eins aber nicht

  • Michael Steyski
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Ob die Marler Freibäder wie geplant öffnen können, steht noch in den Sternen. Ein Bad bleibt komplett geschlossen.

In den Marler Freibädern wird derzeit fleißig gewerkelt. Natürlich könnte die Corona-Pandemie den Bad-Betreibern die Saison verhageln. Sie zeigen sich aber optimistisch. „Wir hoffen, am 1. Mai um 10 Uhr unser Guido-Heiland-Bad öffnen zu können“, sagt Peter Weiler, Vorsitzender der Bad-Initiative. Diesen Termin peilten die Betreiber auch im vergangenen Jahr an, durften aber erst am 20. Mai öffnen.

Dabei lief es trotz Corona nicht ganz so schlecht wie befürchtet. Das lag auch daran, dass das Wetter im August mitspielte. „Dennoch haben wir mit einem Minusbetrag von mehr als 10.000 Euro abgeschlossen“, sagt Peter Weiler. Und fügt hinzu: „Wir gleichen das Minus halbwegs durch Spenden und Rücklagen aus. Dieses Jahr könnten wir unter Corona sicher stemmen, ein weiteres Jahr aber nicht.“

Ein Schnitt von 500 Badegästen pro Tag wäre eine gute Saison. Einmal gab’s 2020 an einem Tag die Maximalzahl von 750 Gästen. „Da waren einige Badegäste dabei, die hatten schon ein wenig Angst. Aber unser Wasser ist ja gechlort, da hält sich kein Virus“, sagt Peter Weiler.

Im letzten Jahr wurde das „Guido“ 60 Jahre alt. Genauso alt ist die Bau-Substanz. Deswegen hat Peter Weiler bei der Landesregierung einen Antrag gestellt, die Anlage zu modernisieren. „Die Antwort aus Düsseldorf war, dass es derzeit keine Möglichkeiten gibt, uns zu fördern“, sagt der Marler.

Dennoch lassen sich Peter Weiler und sein Team nicht unterkriegen. Derzeit bessert Fliesenleger-Meister Joachim Köhler als einzige externe Fachkraft die Fliesen im Nichtschwimmer-Becken aus. Problem: Die Betreiber haben keine Fliesen mehr auf Vorrat. „Das ist tragisch. Die Fliesen kriegt man auch nicht im Baumarkt, die müssen in Italien extra für uns maßgerecht gebrannt werden“, sagt Peter Weiler. Und das ist richtig teuer.

Joachim Köhler wird rund drei bis vier Wochen brauchen, um die gröbsten Schäden auszubessern. „Das ist jedes Jahr das Gleiche, es gibt immer viel zu tun“, sagt Joachim Köhler. Im großen Mehrzweckbecken (50 x 25 m) hatten sich im Herbst und Winter Blätter auf dem Boden abgesetzt, bildeten eine Schlammschicht. „Die müssen wir entfernen und das Becken dann desinfizieren“, sagt Peter Weiler.

Gemächlicher lassen es die Betreiber des Bürgerbads an der Loemühle angehen. Was auch daran liegt, dass der Schwimmbetrieb frühestens Mitte Mai anlaufen soll. „Früher hatten durchaus 20 Helfer mit angepackt. Mehr als zwei, drei Leute geht zurzeit nicht“, sagt der Vorsitzende des Freibadvereins, Jürgen Kaldeweide.

„Ein genaues Datum für die Saisoneröffnung zu nennen ist wie Kaffeesatz-Lesen“, meint Schwimmmeister Uwe Bögershausen, der in Marl in seine zweite Saison geht. Ins gleiche Horn stößt Jürgen Kaldeweide: „Wir wissen ja nicht, wann sich die Lage ändert.“

Marl: Auf der Suche nach einer defekten Rohrleitung

Aus dem großen Becken muss noch das Wasser abgelassen, dann der Boden geschrubbt werden. Allerdings ist klar: Im Schwimmer-Bereich gibt es ein Rohr-Leck. „Dieses Leck müssen wir noch suchen. Es ist halt ein altes Bad mit alten Rohren“, sagt Uwe Bögershausen.

Im vergangenen Jahr war’s finanziell schwierig. „Wir hätten theoretisch maximal 1500 Leute reinlassen dürfen, haben aber bei 1150 Schluss gemacht. Das wäre uns sonst zu viel geworden“, sagt der Schwimmmeister.

Sollte es die gleichen Corona-Auflagen aus dem letzten Jahr geben, hätten die Betreiber keine großen Sorgen. „Die Menschen haben darauf geachtet, sich nicht zu ballen, alle waren diszipliniert“, lobt Uwe Bögershausen die Bade-Gäste. Zwar hätten die Betreiber für die Überarbeitung des Baby-Beckens Fördergelder zugesagt bekommen, die Arbeiten würden allerdings erst nach der Schwimm-Saison erfolgen. „Wir bekommen keine Firma, die sind alle über Monate ausgebucht“, sagt Uwe Bögershausen.

Immerhin seien die neuen Pumpen bereits angeschlossen und werden in Betrieb genommen, wenn neues Wasser in die Becken gefüllt wird.

Dagegen bleibt der Badeweiher am Chemiepark Marl wie im vergangenen Jahr auch 2021 geschlossen. „Für den Chemiepark Marl als verantwortlichem Betreiber des Badeweihers ist es derzeit nicht möglich, den Betrieb unter Einhaltung aller Gesundheitsschutzmaßnahmen zum Infektionsschutz bei gleichzeitig sicherem Badebetrieb und -spaß aufnehmen zu können“, sagt Evonik-Sprecherin Alexandra Boy. „Wir haben uns schweren Herzens entschieden, den Badeweiher dieses Jahr nicht zu öffnen“, sagt Standortleiter Dr. Jörg Harren.

Rubriklistenbild: © Michael Steyski

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