Landgericht Essen
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Vor dem Landgericht Essen muss sich ein 24-jähriger Marler verantworten.

Prozess in Essen

Gewalt und Morddrohung: Angeklagter aus Marl erinnert sich vor Gericht nicht mehr

  • Jörn Hartwich
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Es geht um räuberische Erpressung, Gewalt, Morddrohungen und mehr. Ein 24-jähriger Marler muss sich deshalb vor dem Landgericht Essen verantworten.

Eigentlich waren die beiden Männer gute Freunde. Seit rund einem Jahr gingen sie regelmäßig feiern, schmissen angeblich gerne zusammen – für Alkohol und Kokain. Doch dann kam die Nacht auf den 9. Februar 2019. Es hatte eigentlich alles wie immer begonnen. Der 24-jährige Angeklagte aus Marl hatte sich mit seinem Kumpel auf einem Spielplatz getroffen, anschließend ging es noch in eine Kneipe auf der Brassertstraße. Gegen ein Uhr nachts sollen sich die Ereignisse dann überschlagen haben.

Laut Anklage wollte der 24-Jährige erst einen anderen Kneipengast abziehen, der offenbar viel Geld dabei hatte. Bei späteren Vernehmungen war mal von 200 Euro die Rede, mal von 2000. Als sich sein Kumpel weigerte, dabei mitzumachen, soll er ihn erst mit der Faust aufs Auge geschlagen und ihn dann gezwungen haben, selbst 50 Euro an einem nahen Geldautomaten abzuheben. „Ich steche dich ab, wenn du nicht mit zur Bank kommst.“ So oder so ähnlich soll er sich dabei ausgedrückt haben. Später soll er seinen Kumpel auch noch getreten, dabei dessen Handy zerstört haben und ihn dann – nach der Rückkehr in die Gaststätte – gezwungen haben, Kokain zu konsumieren. Was der auch getan habe – aus Angst vor weiteren Gewalt- und Wutausbrüchen des Angeklagten.

24-Jähriger aus Marl will kein Messer gezückt haben

An all das will sich der 24-jährige Marler im Prozess am Essener Landgericht allerdings nicht erinnern können. Zu viel Alkohol, zu viel Kokain: „Eigentlich mache ich so was nicht“, sagte er den Richtern zum Prozessauftakt. „Das ist gar nicht meine Art.“ Abstreiten will er die Vorwürfe allerdings nicht. Nur mit einem Messer will er seinen Kumpel damals auf keinen Fall bedroht haben. Genau das hatte der andere jedoch bei früheren Vernehmungen behauptet.

Nach Angaben seines Verteidigers Burkhard Benecken waren die Drogen Schuld an der Eskalation. „Wenn die Drogenproblematik nicht gewesen wäre, wäre es nie so weit gekommen“, so Benecken im Prozess. Inzwischen habe sich der Angeklagte auch bei dem Opfer entschuldigt und auch schon 600 Euro Schmerzensgeld gezahlt.

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