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Der Chemiepark ist eine kleine Stadt für sich, mit eigenen Straßen – etwa dreimal so groß wie das Fürstentum Monaco. Mitten im Zentrum der Chemiezone soll die Polyamid-12-Anlage erweitert werden.

Wohin die Lkw fahren

Großprojekte im Chemiepark bringen Arbeit und Verkehr

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Drei neue Großprojekte im Chemiepark bringen Arbeitsplätze, aber auch Verkehr. Beim Bürgerdialog am Mittwoch wurden Details bekannt.

Eine Milliarde Euro investieren die Chemie-Unternehmen allein von 2019 bis 2022 in den Standort Marl – so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr. 

Auf einem Fünftel der Flächen im Chemiepark wird es in den nächsten drei Jahren Neu- oder Umbauten geben: Produktionserweiterungen entstehen für den hochwertigen Kunststoff Polyamid 12. Im dicht bebauten Zentrum des Chemieparks soll im September Spatenstich sein. Ministerpräsident Armin Laschet wird erwartet. Die Anlage soll im Jahr 2021 fertiggestellt werden. Polyamid 12 ist ein hochwertiger, fester Kunststoff, deutlich leichter als Stahl. Verwendet wird er für Sportschuhe, Brillengestelle, Spülkörbe, Zahnersatz und Wirbelsäulenimplantate. Polyamid-12-Pulver ist Rohstoff für den 3D-Druck.

Eine Million Tonnen CO2 einsparen

Die Firma Ineos plant eine neue Cumolanlage, die größte Anlage für ein Einzelprodukt im Chemiepark. Cumol ist der Rohstoff für die Produktion von Phenol, eine wichtige Industriechemikalie.

Und zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke sollen das Kohlekraftwerk ersetzen, jährlich eine Million Tonnen CO2 einsparen. 

900 Lkw täglich

Diese Bauaktivitäten bringen große Materialströme mit sich – und in Spitzenzeiten 100 zusätzliche Lkw-Fahrten täglich. Bereits jetzt fahren pro Tag 800 Lastwagen im Chemiepark ein. 

Die aufwendigen Projekte werden parallel realisiert. Ein Koordinationsteam soll vor allem den Verkehr entzerren. Die Speditionen erhalten für ihre Lkw Liefer-Zeitfenster. 1300 zusätzliche Parkplätze werden von der Metro-Gruppe und auf dem Gelände des stillgelegten Bergwerks Auguste Victoria 3/7 angemietet.

Parallelfahrbahn auf AV-Gelände geplant 

Die Lastwagen werden an Tor 6 eingelassen (erreichbar über die Brassertstraße) und an Tor 8 (Nordstraße). 

Überlegt wird, den Verkehr durch eine Parallelfahrbahn auf dem AV-Gelände zu entlasten. Diese Straße werde aber nicht dauerhaft zu massivem Verkehr führen, versprach Standortleiter Dr. Jörg Harren. Wie viele Bäume für die Parallelstrecke gerodet werden müssen, ist noch offen.

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