Diese Silberlinde in Marl soll älter als 100 Jahre sein, sagen die Grünen. Da wo sie jetzt steht, soll ein Garagenhof entstehen.
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Diese Silberlinde soll älter als 100 Jahre sein, sagen die Grünen. Da wo sie jetzt steht, soll ein Garagenhof entstehen.

17 Bäume weichen Garagenhof

Grüne und Naturschützer aus Marl kämpfen gegen Fällaktion in Hüls

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Eine alte Silberlinde und 16 weitere Bäume sollen in der nächsten Woche in Hüls gefällt werden. Die Vivawest will dort einen Garagenhof für ihre Mieter bauen. Naturschützer und die grüne Wählergemeinschaft versuchen, die Aktion zu stoppen.

Aber die Stadt Marl hat der Vivawest bereits genehmigt, die alte Linde zu fällen. Für die anderen Bäume brauche sie gar keine Genehmigung, sagt die Vivawest. Erwin Gebauer, Sprecher des Naturschutzbundes, fordert eine Änderung der Baumschutzsatzung in Marl im Sinne des Klimaschutzes.

Die Vivawest will im Viertel rund um die Dr.-Klausener-Straße 14 Gebäude und 69 Wohnungen modernisieren. Fassaden und Dächer sollen gedämmt, Fenster und Haustüren erneuert werden. Erstmals werden Balkone angebaut und Terrassen errichtet, teilt Pressesprecher Gregor Boldt mit. Hinter zwei Häusern in der Dr.-Klausener-Straße soll der Garagenhof für die Mieter entstehen. Dafür wird die alte Linde abgesägt. Als Ersatz muss die Vivawest vier Laubbäume pflanzen. Sie will eine Wildblumenwiese anlegen und dort Bäume neu pflanzen.

Baumschutzsatzung für Marl soll geändert werden

Die Grünen warnen vor der Fällaktion: Seit mehr als 100 Jahren stünden die zwei schützenswerten Silberlinden an der Dr. Klausener-Straße. Dort gebe es viele Parklücken und kein Parkproblem, so Geschäftsführer Johannes Westermann und Hartmut Dreier für die Wählergemeinschaft. Nabu-Sprecher Erwin Gebauer betont, er habe die Stadt immer wieder auf die Bedeutung alter Bäume für das Klima hingewiesen. Trotzdem würden viele Bäume nahe an Wohnhäusern gefällt.

Im vorigen Sommer bekam die Stadtverwaltung den Auftrag, Marls Baumschutzsatzung im Sinne des Naturschutzes neu zu fassen. Das haben alle Politiker auf Initiative der grünen Wählergemeinschaft beschlossen. Passiert ist noch nichts. Die Satzung ist auf dem Stand von 2007. Damals wurde sie auf Antrag der SPD gelockert: Trotz Warnungen des Umweltamts wurden Baumfällungen auf Privatgrundstücken vereinfacht. Bäume, die nicht weiter als sechs Meter von Häusern entfernt stehen, sind seither nicht mehr geschützt.

Im vorigen Jahr empörten sich Baumschützer über die Fällung einer 170 Jahre alten Eiche.

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