Die Stadt will die Energieversorgung ihrer Bürger mit einem regionalen Partner in die eigene Hand nehmen.
+
Die Stadt will die Energieversorgung ihrer Bürger mit einem regionalen Partner in die eigene Hand nehmen.

Rat beschloss nicht öffentlich

Grüner Strom made in Marl - Wer Partner der Stadtwerke werden könnte

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
    schließen

Marl will Stadtwerke mit grünem Strom betreiben. Die Stadt soll in Verhandlungen mit einem erfahrenen regionalen Partner einsteigen. Ein Ratsherr nannte bereits den Namen.

  • Die Stadt soll über die Gründung von Stadtwerken verhandeln
  • Partner soll ein regionaler Netzbetreiber sein
  • FDP sieht finanzielle Risiken

Der Rat der Stadt Marl hat in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen, das Angebot eines Partners zur Gründung gemeinsamer Stadtwerke anzunehmen. Die Stadtverwaltung hat nun den Auftrag, weitere Vertragsverhandlungen zu führen. Das teilte ihr Sprecher Rainer Kohl auf Nachfrage mit.

Nach Informationen unserer Zeitung soll der Strom über erneuerbare Energien erzeugt werden. Vieles spricht also dafür, dassinnogy als regionaler Netzbetreiber der städtische Wunschpartner ist. Diesen Namen nannte auch Fritz Dechert (Bürgerliste Wir für Marl) im öffentlichen Teil der Sitzung.

Konzessionsverträge in Marl laufen aus

innogy plant und baut Windkraft- und Fotovoltaikanlagen. Das Unternehmen hatte mit der Stadt Konzessionsverträge für Strom und Gas geschlossen. Sie laufen zum 31. Januar 2021 aus. 

In eigenen Stadtwerken mit einem erfahrenen Unternehmen der Energiewirtschaft als Partner sehen vor allem SPD und CDU große Chancen. Sie hatten 2019 im Rat einen gemeinsamen Antrag für Stadtwerke eingebracht. Vorteil: Die Stadt Marl kann die Versorgung ihrer Bürger mit Energie in die eigenen Hände nehmen.

FDP Marl sieht finanzielle Risiken

Bisher standen alle Fraktionen hinter der Grundsatzentscheidung für Stadtwerke. Robert Heinze (FDP) sieht aber „ein verdammt großes finanzielles Risiko für die Stadt“. Behaupten könne sie sich auf dem schwierigen Energiemarkt nur mit einem starken Partner. 

Die Gründung der Stadtwerke soll mit Augenmaß betrieben und sorgfältig vorbereitet werden. Wirtschaftsmediator Martin Brück von Oertzen hatte die Stadt beraten und Angebote regionaler Interessenten auf Durchschnittsrenditen bewertet. Auch Gelsenwasser hatte als Partner Interesse angemeldet. Bereits im letzten Jahr hatte der Rat beschlossen, dass die Stadt in dem Beteiligungsmodell „bestimmenden Einfluss“ und die Mehrheit haben soll.

Marler Nachbarstädte haben eigene Stadtwerke

Mehrere Nachbarstädte mischen bereits auf dem Energiemarkt mit: Die Stadtwerke Herten, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, betreibt auch das beliebte Freizeit- und Wellnessbad Copa Ca Backum. Die Stadtwerke Recklinghausen wollen im September ihr Kundenbüro in der Innenstadt eröffnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Kommunalwahl in Waltrop: Das sind die Bewerber/innen für das Bürgermeisteramt
Kommunalwahl in Waltrop: Das sind die Bewerber/innen für das Bürgermeisteramt
Antrag auf Bürgschaft von Schalke 04 stößt auf heftige Kritik von Ex-Innenminister: „Die Steuerzahler sollten auf keinen Fall...“
Antrag auf Bürgschaft von Schalke 04 stößt auf heftige Kritik von Ex-Innenminister: „Die Steuerzahler sollten auf keinen Fall ...“
Aus heiterem Himmel: Mann tritt Bekannten und fährt wieder davon
Aus heiterem Himmel: Mann tritt Bekannten und fährt wieder davon
"Tammy" - Ein Tagebuch zur Selbstfindung
"Tammy" - Ein Tagebuch zur Selbstfindung
Falschparker verwarnt: Dann rast der Transporter auf die Ordnungskräfte zu
Falschparker verwarnt: Dann rast der Transporter auf die Ordnungskräfte zu

Kommentare