Nach der Verkündung des Sterbehilfe-Urteils im Februar gab Helmut Feldmann in seinem Wohnzimmer viele Interviews
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Nach der Verkündung des Sterbehilfe-Urteils im Februar gab Helmut Feldmann in seinem Wohnzimmer viele Interviews

Nach dem Urteil im Februar

Marler Helmut Feldmann kämpft weiter - um klare Richtlinien zur Sterbehilfe

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Nach seinem Erfolg vor dem Bundesverfassungsgericht ist Helmut Feldmann noch nicht am Ziel. Er will sich weiter für klare Richtlinien einsetzen.

  • Marler Helmut Feldmann (74) kämpfte um ein Recht auf Sterbehilfe
  • Er wartet auf eine Regelung des Betäubungsmittelgesetzes
  • Viele Menschen bedanken sich für sein Engagement

Der Marler Helmut Feldmann (74) hat lange dafür gekämpft: Im Februar gab ihm das Bundesverfassungsgericht schließlich Recht: Es erlaubte unter strengen Voraussetzungen die geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid. Der Marler, der an der Lungenkrankheit COPD leidet, will nicht qualvoll ersticken, sondern einen würdevollen Tod sterben. 

Medien berichteten bundesweit, Helmut Feldmann bekam viel Lob und sogar Geschenke aus ganz Deutschland. Nach dem Medienrummel wollte er kürzertreten. Doch jetzt sieht er sich gezwungen, weiter zu kämpfen.

Marler erhielt viele Anrufe

Denn seit dem Urteil hat sich so gut wie nichts getan. Mehr als 100 überwiegend ältere Menschen haben bei Helmut Feldmann angerufen: Sie hätten gesagt, dass ihr Arzt Angst habe, schmerzstillende Medikamente zu verschreiben. „Einige haben geweint“, erzählt der Marler. „Dass sie so hilflos sind, hat mich sehr erschüttert.“

Marl: Urteil zur Sterbehilfe mehrfach gelesen

Helmut Feldmann hat das fast 100 Seiten umfassende Urteil des Bundesverfassungsgerichts mehrmals genau gelesen. Nach seiner Auffassung muss der Gesetzgeber, also der Bundestag, nun das Betäubungsmittelgesetz dem Urteil anpassen (Zunächst hatten wir an dieser Stelle fälschlich geschrieben: "das Sterbehilfe-Gesetz"). Und die Bundesärztekammer müsse in ihren Statuten regeln, unter welchen Bedingungen Ärzte schmerzstillende Medikamente verschreiben dürfen, ohne sich strafbar zu machen.

Bundesärztekammer berät "intensiv"

Die Bundesärztekammer teilt auf Nachfrage unserer Redaktion mit, dass sie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts „intensiv“ berät. In den Statuten der Ärztekammer Westfalen-Lippe steht weiter, es sei Ärzten verboten, „Patientinnen oder Patienten auf deren Verlangen zu töten. Sie sollen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.“

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