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Der Zentrale Betriebshof in Marl hat den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner aufgenommen und setzt dabei unter anderem Hormonfallen ein.

Einsatz gegen giftige Raupen

Marl: Hormonfallen sollen gegen Larven  helfen

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Die ersten Nester des Eichenprozessionsspinners werden in Marl gesichtet. Wie die Schädlinge in die Falle gelockt werden sollen.

  • Der Zentrale Betriebshof in Marl hat den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner aufgenommen.
  • In einem  Wäldchen an der Victoriastraße in Marl-Hüls und am Haardgrenzweg in Sinsen sind Nester gesichtet worden.
  • Der Zentrale Betriebshof (ZBH) damit begonnen, vorbeugende Maßnahmen gegen die giftigen Raupen  zu ergreifen. Eichen mit einem Mangrovenextrakt behandelt. 

In Marl hat der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner begonnen. Eine Fachfirma besprühte Blätter und Bäume mit dem fresshemmenden Neemprotect. „Das Mittel wird aus dem Extrakt eines Mangrovenbaumes gewonnen, mit Wasser gemischt und dann auf die Bäume gespritzt“, erläutert ZBH-Chef Michael Lauche. Neemprotect schädigt den Verdauungsapparat der Raupen. Sie sterben vor dem Erreichen des für Mensch und Tier gefährlichen dritten Larvenstadiums ab. „Damit haben wir im letzten Jahr gute Erfahrungen gemacht“, so Lauche. Von den 70 behandelten Bäumen an der Langehegge waren nur sieben leicht befallen. Von 88 nicht besprühten Bäumen wiesen  61 dagegen einen starkenRaupenbefall auf. Das Mittel ist unbedenklich für alle anderen Organismen, die die Blätter nicht fressen.

Nistkästen und Hormonfallen in Marl

Zunächst werden Eichen an Kindergärten, Schulen und Spielplätzen mit dem Mittel besprüht. Bereits im letzten Jahr wurde ein Versuchsprojekt in Kooperation mit dem Naturschutzbund (Nabu) Marl gestartet, bei dem an ausgewählten Plätzen Nistkästen – 100 Stück – aufgehängt wurden. In diesen, so hofft man, sollen diverse Vogelarten einziehen, vornehmlich Meisenarten, die als natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners gelten. Diesem Beispiel folgten viele weitere Vereine und Verbände, die überall im Stadtgebiet neue Nistkästen platzierten.

Darüber hinaus testet der ZBH spezielleHormonfallen auf der Langehegge und der Halterner Straße. Je 20 Eichen wurden damit ausgestattet. Die Raupen sollen mittels spezieller Hormone in einen Beutel gelockt werden, der hoch am Stamm aufgehängt wurde.

Harmlose Gespinstmotte

Besorgte Marler Bürger melden dem Zentralen Betriebshof (ZBH) der Stadt Marl aktuell Gespinste in Bäumen und Sträuchern, die ihnen im Stadtgebiet auffallen. Doch es gibt keinen Grund zur Sorge: "Es ist die Traubenkirschen-Gespinstmotte und nicht der Eichenprozessionsspinner", beruhigt Umweltberater Julian Wagner vom ZBH.

Bei dem Befall handelt es sich um die Traubenkirschen-Gespinstmotte. Diese Motte (im Fachjargon heißt sie „Yponomeuta evonymella“) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Gespinst- und Knospenmotten.

Eichenprozessionsspinner ist die Traubenkirschen-Gespinstmotte für Menschen und Tiere völlig harmlos.Die Nester des Eichenprozessionsspinners sehen komplett anders aus. „Diese Nester kleben an den Eichenstämmen und sind blauschwarz“, erklärt Julian Wagner.

Die Larven der Traubenkirschen-Gespinstmotte finden sich vor allem an der Traubenkirsche, aber auch an einer Vielzahl von anderen Bäumen und Sträuchern. Im Gegensatz zum Eichenprozessionsspinner ist die Traubenkirschen-Gespinstmotte für Menschen und Tiere völlig harmlos.

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