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Verkehrsplaner Ingo Nölker erklärt den Hülsern im Pfarrzentrum Herz Jesu die Verkehrsführung während der Sanierung der Römerstraße. Anwohner stellten dort viele Fragen.

Großbaustelle Hüls

Ein Jahr Vollsperrung - wie die Stadt Marl die Römerstraße sanieren und den Verkehr lenken will

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Zwei Jahre lang wird die Römerstraße in Marl saniert und neu gestaltet. Ab April muss sich der Stadtteil Hüls auf eine Großbaustelle und Verkehrsprobleme einstellen.

Täglich rollen circa 12.000 Fahrzeuge über die Römerstraße. Wenn sie saniert wird, bleiben Verkehrsprobleme nicht aus. Die Hülser Geschäftsleute sehen ihnen mit Sorge entgegen, Anwohner ebenfalls – auch wenn sie grundsätzlich die Sanierung der Römerstraße begrüßen. In unserer Abstimmung über Marls schlechteste Straßen wurde sie immer wieder genannt.

Ein neuer Kreisel in Marl

Wie sieht die Umgestaltung konkret aus? 

Fahrbahn, Radwege und Gehwege werden von der Bergstraße bis zum Dicken Stein (Carl-Duisberg-Straße) saniert und neu aufgeteilt. Neu angelegt wird ein 1,85 m breiter Radfahrstreifen direkt auf der Fahrbahn. An der Gabelung zur Carl-Duisberg-Straße soll ein 34 Meter breiter barrierefreier Kreisverkehr mit Zebrastreifen und Noppenpflaster entstehen. Die Carl-Duisberg-Straße bleibt Vorfahrtsstraße. Auch eine Querungshilfe in Höhe der Merveldtstraße soll mehr Sicherheit bringen. Durch eine flexible, über Kameras gesteuerte Ampelschaltung soll der Verkehr besser fließen. Die Bushaltestellen bleiben, einige werden leicht versetzt. Auf den Gehwegen soll es Bänke und Fahrradständer geben, robuste Klimabäume werden gepflanzt. Auf Anregung von Kindern werden bunte Betonsteine in Form von Hüpfspielen eingesetzt. Die Zahl der öffentlichen Stellplätze bleibt in etwa gleich. Möglicherweise wird eine Parkscheibenregelung eingeführt. 

Warum sollen Radfahrer direkt auf der Straße fahren und nicht neben den Parkstreifen? 

Verkehrsplaner Ingo Nölker zufolge sind Radler auf Radfahrstraßen im Blickfeld des Verkehrs nachweislich sicherer. Im Seitenraum könne der ausfahrende und ausparkende Verkehr sie übersehen. Das habe sich auch an der Hochstraße in Alt-Marl gezeigt: „Seitdem wir ummarkiert haben, passierten dort null Unfälle.“ 

Wie wird der Verkehr während der Bauarbeiten geführt? 

„Ohne Belastung der Anwohner wird es nicht gehen“, sagt Markus Dunkel, Geschäftsführer des münsterschen Büros Nelle Ingenieure, das im Auftrag der Stadt Marl plante. Bauaktivitäten gibt es von April 2020 bis Mitte 2022 – mit Pausen im Winter. Los geht es im Frühjahr mit dem Bau des Kreisels. Der Verkehr wird zuerst zweispurig daran vorbeigeführt. Das geht aber nicht mehr im zweiten Bauabschnitt. Dann wird die Römerstraße für geschätzte zweieinhalb Monate zur Einbahnstraße. In dieser Zeit rollt der Verkehr in Richtung Hüls und Marl. Nur Polizei, Feuerwehr und die Busse der Vestischen werden in Richtung Hüls-Nord und Hamm durchfahren können. Ende 2020 soll der Kreisel fertig sein. 

2021 wird die Römerstraße von der Kreuzung Heyerhoffstraße bis zur Bergstraße neu gebaut und an wechselnden Stellen voll gesperrt. Der Edeka-Markt soll über zwei Zufahrten erreichbar bleiben. Auch die Anlieger werden Zufahrt-Möglichkeiten haben – „aber nicht täglich jede Minute“, erklärte Markus Dunkel. Die Gehwege werden halbseitig gebaut, sodass für Passanten immer eine Seite frei bleibt. 

Wie lange dauert die Vollsperrung? 

Sie könnte ein Jahr dauern. Mit Pfosten oder Betonringen wollen die Verkehrsplaner verhindern, dass der Durchgangsverkehr sich Schleichwege über die Ziegelei-, Gersdorff-, Kinderheim- oder Bachstraße sucht.

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