Kathrin Jansen wuchs in Marl auf und leitet beim Pharmariesen Pfizer die Impfstoffforschung.
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Kathrin Jansen wuchs in Marl auf und leitet beim Pharmariesen Pfizer die Impfstoffforschung.

Erfolgsgeschichte

Wissenschaftlerin aus Marl leitet Corona-Impfstoffforschung bei Pfizer

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
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Dr. Kathrin Jansen steht als Forschungsleiterin hinter dem Erfolg des Corona-Impfstoffs der Pharmakonzerne Pfizer und BioNTech. Aufgewachsen ist sie in Marl.

Ihre amerikanische Berufsbezeichnung ist ebenso imposant wie ihr Lebenslauf: Dr. Kathrin Jansen arbeitet beim US-Pharmaunternehmen Pfizer derzeit als „Senior Vice President and Head of Vaccine Research and Development“. Übersetzt: Ressortleiterin der Impfstoffforschungs- und Entwicklungsabteilung. In dieser Funktion erlebte Kathrin Jansen im November und Dezember den wohl bedeutendsten Erfolg ihrer Karriere. Zunächst wurde die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs Comirnaty bestätigt. Danach begann dessen Zulassung in vielen Ländern.

Durch Corona hat Kathrin Jansen viel zu tun – und wenig Zeit. Auf unsere Interview-Anfrage bietet die Forscherin einen Termin an, der vier Wochen in der Zukunft liegt. „Davor ist alles ausgebucht“, schreibt sie per E-Mail aus New York. Umso erfreulicher, dass beim Gespräch dann reichlich Zeit ist – für eine Einschätzung der Corona-Situation und einen Blick zurück auf ihre Kindheit in Marl.

Kathrin Jansen wurde 1958 in Erfurt in der ehemaligen DDR geboren. Vor dem Mauerbau 1961 flüchtete die Familie in den Westen. „Treibende Kraft war meine Mutter“, sagt Kathrin Jansen. Den Grenzübertritt bekam sie nicht mit. Denn: Ihre Tante gab Kathrin Jansen als ihr eigenes Kind aus und stellte sie mit Schlafmitteln ruhig, damit sie sich nicht verplappert. Nach Marl zog es die Familie wegen der beruflichen Perspektive. „Mein Vater fand bei der damaligen CWH Arbeit“, blickt Kathrin Jansen zurück: „Wir wohnten an der Griesheimer Straße. Ich hatte eine schöne Kindheit in Marl.“

Schöne Kindheit in Marl

Ihre Kindheit verbrachte die junge Dame gerne im Freien: „Ich war ein Draußentyp, war viel mit dem Fahrrad unterwegs, besuchte eine Reitschule in Alt-Marl und war als Wasserratte oft im Badeweiher. Dort traf ich manchmal meinen Vater, wenn er Mittagspause hatte.“ Nach dem Abitur am Geschwister-Scholl-Gymnasium im Jahr 1976 studierte Kathrin Jansen in Marburg. Dort erwarb sie einen Doktortitel in Mikrobiologie, Biochemie und Genetik. Ein Grund, sich in der Medizin zu engagieren, waren für Kathrin Jansen die vielen Krankheiten, die sie im Kindesalter erleben musste. Dass es Medikamente gab, die dagegen halfen, faszinierte sie.

Nach dem Studium arbeitete sie als Postdoktorandin an der Cornell Universität in New York. Dort lernte sie auch ihren heutigen Mann kennen, einen Amerikaner. Nach einer weiteren Station in Genf kehrte Kathrin Jansen 1992 in die USA zurück. 2006 trat sie eine Stelle beim Pharmakonzern Wyeth an, der 2009 von ihrem heutigen Arbeitgeber Pfizer übernommen wurde. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie erlebte sie an ihrem Wohnort New York aus nächster Nähe. Leichenwagen und geschlossene Geschäfte prägten plötzlich das Stadtbild.

Menschen schneller gegen Corona impfen

„Im Kampf gegen Corona müssen mehr Menschen schneller geimpft werden. Einem solchen Virus müssen wir ein Stopp-Schild zeigen, sonst kann es zu neuen Mutationen kommen“, stellt die Forscherin klar und mahnt: „Trotzdem müssen wir Masken tragen, bis die Lage unter Kontrolle ist.“ Darum kann Kathrin Jansen nicht verstehen, dass sich Menschen gegen die Impfung sträuben. „Wenn ich höre, dass sich 60 Prozent des Personals in Seniorenheimen nicht impfen lassen wollen, werde ich sauer. Um diese Krise zu bewältigen, muss durchgeimpft werden.“ Sie selbst erwartet ihre zweite Impfung im März.

Hoffnung auf Ende der Krise

Nach dem Ende der Krise würde Kathrin Jansen wieder gerne ungezwungen Menschen treffen. Ebenso würde sie sich über eine Wiederbelebung der Wirtschaft freuen und Kinder, die endlich zurück zur Schule könnten. „Damit das klappt, müssen wir diszipliniert sein. Eine einfache Sache wie das Tragen einer Maske sollte dabei doch kein Problem sein. Die wenigen Grippeerkrankungen zeigen doch, welche Wirkung Masken haben.“

Angesprochen auf Corona-Leugner und Querdenker sagt Kathrin Jansen: „Viele Leute sind einfach verunsichert. Man muss vernünftig mit ihnen reden und die Notwendigkeit der Dinge erklären. Bei einer Operation würde sich ja auch niemand von einem Chirurgen behandeln lassen, der keine Maske trägt.“

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