Begnügt sich mit wenig Wasser: Lavendel.
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Begnügt sich mit wenig Wasser: Lavendel.

Klimawandel

Kleingärten leiden unter Kälte und Trockenheit - Welche Maßnahmen helfen?

  • Michael Steyski
    vonMichael Steyski
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Auch in Corona-Zeiten arbeiten viele Kleingärtner eifrig in ihren Anlagen – vielleicht schon zu übereifrig?

Immerhin gehören Kleingärtner zu der Spezies, die in Zeiten der Corona-Pandemie ihrem Hobby fast uneingeschränkt nachgehen können. An der frischen Luft und mit reichlich Abstand zum Nachbarn kann geharkt, gejätet, gemäht und gepflanzt werden, was das Zeug hält.

Die Nachfrage nach einem Kleingarten ist groß. „Wir haben keine Probleme, einen Kleingarten an den Mann zu bringen“, sagt Wolfgang Fuchs, Vorsitzender des Bezirksverbandes Marl der Kleingärtner. „Die Leute wollen an die frische Luft, wollen so einen Ausgleich haben.“

Also geht’s raus in die Beete. Nur, was jetzt schon im Frühjahr gepflanzt wurde, kann auch schnell wieder eingehen. „Der April ist eindeutig zu kalt. Im Schnitt fünf bis zehn Grad mehr wären besser gewesen“, sagt Wolfgang Fuchs. Wenn die Sonne rauskommt, seien manche Kleingärtner übereifrig. „Ich sage denen, dass sie erst auf die Eisheiligen warten sollen“, sagt der Marler. Schließlich besagt eine Bauernregel: „Pflanze nie vor der Kalten Sophie.“ Die Kalte Sophie bildet den Abschluss der Eisheiligen, die vom 11. bis 15. Mai dauern.

Nachtfrost setzt den Apfelblüten zu

Sollte es nachts tatsächlich noch frieren, gibt‘s bei einigen Gemüse- und Obstpflanzen Probleme. Bekommen beispielsweise Blüten des Apfelbaumes Frost ab, könnte die Ernte schmal oder sogar komplett ausfallen. Ein weiteres Problem sei, dass in den letzten Wochen kaum Regen gefallen sei. Wobei Kleingärtner ja nachhelfen können mit Gießen. Jeder Kubikmeter aus der Wasserleitung geht aber ins Geld. Nicht jeder hat einen Brunnen.

Was tun? Zähneknirschend gießen – oder Obst- und Gemüsesorten anbauen, die wenig Wasser verbrauchen. „In den Gärten wird es immer südländischer“, hat Britta Kallenbach ausgemacht. Ihr Mann Bernd ist Vorsitzender des Kleingärtnervereins Brinkfortsheide. „Wir sind jedes Wochenende im Garten, das ist unser großes Hobby. Unser Garten ist echt ein Paradies“, sagt die Marlerin.

Gießen mit einer Bewässerungsanlage

Sie selbst setzt vermehrt auf mediterrane Pflanzen. Das sind Olivenbäumchen, Lavendel oder Rosmarin. Gegossen wird übrigens in der Nacht, mit einer Bewässerungsanlage. „Dann verdunstet das Wasser nicht so schnell wie tagsüber“, sagt Britta Kallenbach.

Allerdings vermisst sie schon das Vereinsleben. „Sicher kann man sich über den Zaun hinweg unterhalten. Aber Osterfeuer und Sommerfest in einer größeren Gruppe wären schon schön“, sagt Britta Kallenbach. Mit den größeren Festen kämen auch Einnahmen in die Vereinskasse. Die fehlen.

Davon kann auch Wolfgang Fuchs mit seinem Garten „An der Burg“ ein Lied singen. „Wir können das Vereinsheim nicht betreiben und werden wohl die Beiträge erhöhen müssen“, sagt Wolfgang Fuchs.

Eine Beitragserhöhung müsste bei einer Mitgliederversammlung beschlossen werden. „Die Veranstaltung können wir derzeit nicht durchführen, auch keinen neuen Vorstand wählen“, sagt der Marler. Das Miteinander im Verein sei nicht richtig möglich. Aber immerhin eifrig gärtnern ...

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