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Durch dieses Bild entstehe ein falscher Eindruck, meint Investor Hubert Schulte-Kemper aus Marl: Die Hülser Bürgerinitiative mit (v. l.) Marc Walden, Almut Masbaum, Vera Ludolf und Peter Schmidt malte weiße Kreuze an Bäume, die ihrer Meinung nach gefällt werden. Doch an etlichen Stellen seien die Kreuze nicht berechtigt, sagt Schulte-Kemper. Sein Unternehmen werde gar nicht in den städtischen Wald eingreifen.

Investor sieht sich falsch dargestellt

Streit um Wohnbaugebiet am Jahnstadion in Marl: Warum viele Bäume weiße Kreuze tragen

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In Marl-Hüls markierten Umweltschützer am Jahnstadion etliche Bäume mit weißen Kreuzen. Aber werden sie für den Hülser Waldpark wirklich fallen?

  • In Marl tobt ein Streit um ein Wohnbaugebiet am Jahnstadion. 
  • Umweltschützer sagen, dass zu viele alte Bäume für das Projekt gefällt werden müssen.
  • Investor Hubert Schulte-Kemper fühlt sich ins falsche Licht gerückt.

Die Bürgerinitiative zum Erhalt des Jahnstadion-Waldes in Marl hatte rund um das Stadion etliche Bäume mit Kreuzen angemalt - und die Markierungen jetzt wieder erneuert. Die Initiative kämpft gegen die Wohnsiedlung „Hülser Waldpark“, die Investor Hubert Schulte-Kemper mit seiner Fakt Immobilien AG zwischen Hülsstraße und Otto-Hue-Straße errichten will.

Investor aus Marl fühlt sich in falsches Licht gerückt

Der Investor fühlt sich hierdurch in ein falsches Licht gerückt: Die weißen Kreuze erweckten den falschen Eindruck, dass der städtische Wald von der Fakt AG angegriffen wird, kritisiert Hubert Schulte-Kemper immer wieder.

Allerdings: Jenseits des Grundstücks, das sein Unternehmen von der Stadt kaufen und bebauen will, werden im Auftrag der Stadt tatsächlich Bäume fallen. Vor Ort sollen 196 Wohneinheiten entstehen. Nach aktuellem Stand sollen auf diesem Grundstück 55 bis 106 Bäume gefällt werden. Die Variante, mit der die Stadtverwaltung plant, sieht 106 Bäume vor.

Bürgerinitiative aus Marl Skandal

Die Bürgerinitiative sieht darin wiederum einen Skandal: Ein großer Teil dieser Bäume sei 130 bis 200 Jahre alt. Stadtsprecher Daniel Rustemeyer zufolge trifft dies nur auf einzelne Bäume zu. Wie viele es genau sind, teilte er nicht mit. Ihr Alter wurde anhand des Stammumfangs ermittelt.

Weil bei Bauvorhaben ein Abstand zu Wäldern eingehalten werden muss, legte die Stadt mit dem Regionalforstamt Ruhrgebiet einen Sicherheitsabstand von 30 Metern fest. Auf diesem städtischen Waldstreifen werden 200 weitere Bäume gefällt, warnt die Bürgerinitiative. Das bestreitet die Stadtverwaltung auf Nachfrage unserer Redaktion. Genaue Zahlen könne sie noch nicht nennen. Daniel Rustemeyer spricht von einem „geringen Eingriff“. Der städtische Wald direkt an der Droste-Hülshoff-Straße und der Straße „Am Jahn-stadion“ soll auf jeden Fall unberührt bleiben.

Stadtverwaltung Marl bereitet Bebauungsplan vor

Die Stadtverwaltung bereitet den Bebauungsplan jetzt vor. Aber erst muss der Regionalverband Ruhr (RVR) das Gelände im Regionalplan – zurzeit noch Sportfläche – als Wohnbaufläche ausweisen. Dann kann der Rat den Bebauungsplan beschließen. Der RVR-Planungsausschuss tagt am 4. März.

Auch vor rund einem Jahr wurden am Jahnstadion in Marl Bäume gefällt. Ein weiteres Bauprojekt sorgte kürzlich für Diskussionen in Marl

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