Katrin Jansen vor ihrer Voliere. In den Händen hält sie die Taube Hugo.
+
Katrin Jansen vor ihrer Voliere. In den Händen hält sie die Taube Hugo.

Tierschutz in Marl

Tauben-Notfälle können jetzt auf die Intensivstation

  • Patrick Köllner
    vonPatrick Köllner
    schließen

Am Marler Stern gibt es seit einem Jahr ein Taubenhaus. Die Betreiber ziehen eine positive Bilanz ihrer Arbeit – und erweitern das Angebot.

Nach Gründung des Tierschutzvereins Stadttauben Marl im Jahr 2019 feierte das Taubenhaus am Marler Stern vor einem Jahr am 18. Januar 2020 seine offizielle Eröffnung. Seitdem wurden durch die Vereinsvorsitzende Karin Muc und gelegentiche Helfer 705 Taubeneier ausgetauscht. Eier, aus denen sonst wilde Tauben geschlüpft wären. Hintergrund: Tauben bemerken den Unterschied nicht und brüten die Attrappen aus, anstatt weitere Eier zu legen. Der gewünschte Effekt dieser Geburtenkontrolle habe sich deutlich bemerkbar gemacht. „Nachbarn haben mir mitgeteilt, dass sie weniger Tauben auf ihren Balkonen haben“, sagt Karin Muc.

Allein im letzten Jahr tauschten Karin Muc und ihre Helfer 460 Eier aus. Die verteilten sich auf 159 im Taubenhaus, 91 in den Gnaden- und Pflegevolieren sowie 210 in der Umgebung des Marler Sterns. Dazu zählt unter anderem die Unterführung an der Bergstraße. Etwa 80 Vögel befinden sich dauerhaft im Taubenhaus. Während der Fütterung steigt die Zahl auf bis zu 180 Tauben. Harte Arbeit für Karin Muc: „Die Tiere fressen täglich knapp 20 Kilo Futter.“ Das schleppt sich nicht von allein zum Taubenhaus. Ebenso wie Wasser, das Karin Muc kanisterweise von ihrem Wohnort über die Straße trägt. „Wir würden uns wirklich freuen, wenn wir zur Wasserversorgung einen Brunnen graben dürften“, so die Vereinsvorsitzende.

Marl: Pflegestation für kranke Tauben

Im September 2020 entstand der Kontakt zwischen Karin Muc und Katrin Jansen. Die Marlerin wandte sich nach dem Fund der schwer verletzten Taube Hugo, der ein Bein amputiert werden musste, an den Verein. Daraus wurde eine echte Partnerschaft. Für die steigende Zahl kranker Tauben errichtete Katrin Jansen eine Gnadenvoliere in ihrem Garten – eine Art Intensivstation für Notfälle. Inklusive ihrer eigenen sechs Brieftauben befinden sich darin aktuell 35 Vögel. „Bei der Pflege sprechen wir uns mit Marler Züchtern und Tierärzten ab“, sagt Katrin Jansen. In der Voliere sind bisher 61 Tauben gepflegt worden. Sind die Tiere wieder fit, dürfen sie zurück ins Taubenhaus.

Marl: Bitte keine wilden Tauben füttern!

Karin Muc weist darauf hin, dass viele Pflegefälle auf falsche Fütterung zurückzuführen sind, beispielsweise auf der Busplatte am Marler Stern. „Junge Tauben gewöhnen sich daran und kommen nicht zum Taubenhaus, wo es artgerechtes Futter gibt. So suchen sie sich Abfälle, werden krank oder verhungern.“ Neben Spenden für den privat finanzierten Verein würde sich Karin Muc sehr über tatkräftige Helfer freuen. Weitere Infos zum Verein gibt es hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

64 Millionen Euro für ein fahrradfreundliches Marl - diese Radwege sind geplant
64 Millionen Euro für ein fahrradfreundliches Marl - diese Radwege sind geplant
64 Millionen Euro für ein fahrradfreundliches Marl - diese Radwege sind geplant
Coronavirus in Marl: Neue Infektionen und erhöhter Inzidenzwert
Coronavirus in Marl: Neue Infektionen und erhöhter Inzidenzwert
Coronavirus in Marl: Neue Infektionen und erhöhter Inzidenzwert
Viel Arbeit wartet auf die Marler Tiefbauer
Viel Arbeit wartet auf die Marler Tiefbauer
Viel Arbeit wartet auf die Marler Tiefbauer
Mutmaßlicher Drogenhändler festgenommen - Das fanden die Ermittler auch noch bei einem Marler
Mutmaßlicher Drogenhändler festgenommen - Das fanden die Ermittler auch noch bei einem Marler
Mutmaßlicher Drogenhändler festgenommen - Das fanden die Ermittler auch noch bei einem Marler
Tätowierer dürfen bald wieder ihre Läden öffnen
Tätowierer dürfen bald wieder ihre Läden öffnen
Tätowierer dürfen bald wieder ihre Läden öffnen

Kommentare