Bahnverkehr an der Mühlenstraße.
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Bahnverkehr an der Mühlenstraße. 

Bau verzögert sich

So lange müssen Anwohner in Marl-Sinsen noch auf die Lärmschutzwände warten

  • André Wielebski
    vonAndré Wielebski
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Der Bau der Schallschutzwände in Sinsen an der Bahnstrecke verzögert sich erneut. Es wird noch lange dauern, bis die Arbeiten losgehen. Anwohner sind vom Krach genervt.

Es ist eine anscheinend unendliche Geschichte. Nun sollen die Lärmschutzwände in Sinsen erst 2023 gebaut werden. Wie berichtet, hatten lärmgeplagte Anwohner an der Bahnstrecke Sinsen gezählt, dass mehr als 300 Züge täglich nah an ihren Häusern und Gärten vorbeifahren. Bis zu 100 Dezibel erreicht der Lärmpegel, wenn Züge vorbeirauschen. Anwohner an der Mühlenstraße in Sinsen, die namentlich nicht genannt werden wollen, ärgern sich vor allem über die schweren Güterzüge, die nachts über die Gleise rattern. „Um zwei, drei Uhr ist es besonders schlimm. Die Fenster können wir nachts nicht öffnen.“ 

Das ist der Stand der Planung in Marl-Sinsen

Wie die Deutsche Bahn auf unsere Nachfrage berichtet, sind die Schallschutzwände derzeit – und weiterhin – in der Planung. Es ginge momentan darum, wann die Gleise der Linie Münster/Essen, die durch Sinsen führen, gesperrt werden können. Die Bahn plane dabei in einem Drei-Jahres-Takt, sagt eine Pressemitarbeiterin des Konzerns. Heißt: Die Sperrpausen sollen dieses Jahr angemeldet und genehmigt werden, dann könne es womöglich 2023 losgehen. Eventuell auch erst 2024, genauere Angaben seien derzeit nicht möglich. Die Finanzierung sei jedoch gesichert und der Plangenehmigungsbeschluss sei ebenfalls erteilt worden, versichert die Deutsche Bahn. Die Gründe für die lange Verschiebung seien vielfältig. Unter anderem mussten Eidechsen umgesiedelt werden (wir berichteten). Auch habe sich das Plangenehmigungsverfahren verzögert, da viele Akteure, unter anderem auch die Stadt, mit ihren jeweils eigenen Ideen involviert waren. 

Anwohner in Marl sind enttäuscht

Geplant sind in Sinsen drei Lärmschutzwände: an der Daimlerstraße bis zur Gräwenkolkstraße, Obersinsener bis Halterner Straße und Halterner Straße bis Bahnhofstraße. „Gerade im Sommer, wenn wir im Garten sitzen, sind die Züge lästig“, sagen die Anwohner. Dabei sollten die Arbeiten schon vor vier Jahren begonnen haben, doch bislang ist nichts geschehen. „Damals hat sich alles super angehört“, erinnern sich die Sinsener, doch dann kam die große Enttäuschung: Das Projekt kam nicht voran. Bis die Wände nun fertiggestellt sind, wird noch einige Zeit vergehen. Die Bahn vermeidet Aussagen über die Dauer der Bauarbeiten. Doch mit mindestens einem Jahr müssen die Anwohner rechnen. Somit ist vor 2024 oder 2025 nicht mit fertigen Schallschutzwänden zu rechnen.

Neue Lärmschutzwände in Marl erst in ein paar Jahren | cityInfo.TV

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