Mieterin Rebecca Lüer steht an der Bebelstraße zwischen Mülltonnen vor einem bewachsenen Bunker.
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Mieterin Rebecca Lüer steht an der Bebelstraße zwischen Mülltonnen vor einem bewachsenen Bunker.

Marler Mieter wehren sich

Geplante Mieterhöhung landet vor Gericht - So lautet das Urteil

  • Heinz-Peter Mohr
    vonHeinz-Peter Mohr
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Ist eine Siedlung mit Bunker, Hochhäusern und Bahntrasse eine gute Wohnlage? Über diesen Rechtsstreit entschied jetzt das Amtsgericht.

  • In Marl will eine Wohnungsgesellschaft die Miete erhöhen
  • Das Argument ist eine angeblich gute Wohnlage
  • Die Mieter wehren sich und gehen vor Gericht

Die Wohnungsgesellschaft EBW Einfach Besser Wohnen GmbH wollte die Miete bei ihren Mietern in der Bebelstraße in Drewer deutlich erhöhen. Dort leben jeweils zehn Parteien in einem Doppelblock. Viele hatten der Mieterhöhung bereits zugestimmt, wollten Ärger vermeiden, erzählt Anwohnerin Rebecca Lüer. 

Sie ärgerte sich jedoch über das Verlangen der EBW: „Wir haben schon im Jahr zuvor eine Mieterhöhung bekommen und an unseren Häusern wurde nichts getan. Beim ersten Mal war es noch okay, aber jetzt reicht es. Für uns wären es 19,50 Euro im Monat mehr gewesen. Da geht es ums Prinzip.“

Gute Wohnlage in Marl-Drewer?

Wegen der „guten Wohnlage“ verlangte die EBW Mieten weit über Mittelwert des Mietspiegels. Rebecca Lüer und andere Bewohner wehrten sich, ließen sich von Dieter Tomczyk, Anwalt des Mieterschutzvereins, vertreten. 4,90 Euro pro m² wären laut aktuellem Mietspiegel der Mittelwert für die Altbauten in der Bebelstraße.

Weil die EBW klagte, gab es mehrere Ortstermine mit dem Amtsgericht. Es wies jetzt die Klage des Wohnungsunternehmens ab. Richterin Dr. Elfert entschied, dass es sich bei den Immobilien in der Bebelstraße um eine normale Wohnlage handelt.

Marl: Gute Wohnlage bietet viel Grün

Eine gute Wohnlage sei gekennzeichnet durch eine aufgelockerte Bebauung mit viel Grün, in guter Wohnlage ohne wesentliche Verkehrsbelastung – wie zum Beispiel in Drewer-Süd oder Polsum. Die Siedlung in der Bebelstraße sei aber dicht bebaut, die Begrünung nicht so prägend, dass das graue Fassadenbild aufgelockert werde. Sie solle unansehnliche Bunker verdecken.

Marlerin ist froh über Urteil

Rebecca Lüer ist froh und glücklich über den Beschluss: „Endlich ist die Sache abgehakt. Jetzt habe ich Ruhe und ein Urteil in der Hand, womit ich argumentieren kann.“

In Marl ersetzt die neuma ein altes Hochhaus in der Waldsiedlung durch neue Wohnungen.

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