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Das Essener Landgericht fällte das Urteil im Prozess um den Marler Brandstifter.

Richterspruch

Mordversuch und Brandstiftung: Landgericht fällt Urteil über jungen Marler

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Im Prozess um einen Marler Brandstifter (20), der in Essen wegen Mordversuchs angeklagt wurde, kam es jetzt zu einem Urteil.

Die Anklage hatte es in sich: Nach einem Brandanschlag in einem Mehrfamilienhaus in Drewer stand einer der Mieter wegen Morderversuchs vor Gericht. Das Urteil fiel trotzdem glimpflich aus. Die Richter am Essener Landgericht haben zwei Jahre Haft auf Bewährung verhängt – und das auch „nur“ noch wegen versuchter Brandstiftung. 

Tür in Marler Wohnung angezündet

Gefährlich hätte es trotzdem werden können. Der 20-jährige Angeklagte hatte die Wohnungstür eines anderen Mieters mit Brennpaste eingeschmiert und angezündet. Die Flammen waren sofort hochgeschlagen. Glück für die Bewohner: Das Feuer war schnell entdeckt worden und konnte umgehend gelöscht werden. Die Tür hatte offenbar noch gar nicht selbstständig gebrannt. Deshalb war im Urteil auch nur von versuchter Brandstiftung die Rede.

Feuer in Marl: Deprimierender Hintergrund

Der Hintergrund der Tat ist eher deprimierend. Der Angeklagte war offenbar auf sich allein gestellt, kam damit jedoch nicht zurecht. Er hat sich um nichts mehr gekümmert, nur noch in den Tag hineingelebt. Der Strom in seiner Wohnung in der Gendorfer-Straße war bereits abgestellt, weil er die Rechnungen nicht mehr bezahlt hatte.

Brennpaste ersetzt Herd in Marler Wohnung

Wenn er überhaupt einmal warm essen wollte, benutzte er Brennpaste. Davon hatte er sich in der Küche einen kleinen Vorrat angelegt. Sein Kontakt zur Außenwelt reduzierte sich auf einen der anderen Mieter. Mit ihm trank er Alkohol, spielte in dessen Wohnung stundenlang am PC. Genau so war es auch am Tattag, dem 7. Mai 2019.

Streit um verschmutzte Toilette

Doch diesmal hatte es Streit um die plötzlich ziemlich verschmutzte Toilette gegeben. Obwohl auch noch zwei andere junge Männer anwesend waren, war der Verdacht sofort auf ihn gefallen. Was folgte war ein Streitgespräch, dann musste der 20-Jährige die Wohnung verlassen. „Ich war wütend“, hatte der Marler den Richtern erzählt. Die anderen hätten ihn ohnehin immer von oben herab behandelt. „Ich wollte aber nicht immer der Kleine sein.“

Schnelle Verhaftung in Marl

Der Angeklagte war damals sofort festgenommen worden und hatte bis zum Prozess in Untersuchungshaft gesessen. Nun soll er mit viel Unterstützung einen neuen Versuch starten, sein Leben in den Griff zu bekommen.

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