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Welche Strafe ihm droht

Nach wilder Verfolgungsjagd vor Gericht - 30-jähriger beschaffte Drogen für Alt-Hippie aus Marl 

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Ein 30-jähriger Mann aus Ahaus steht nach einer wilden Verfolgungsjagd vor Gericht. Nicht zum ersten Mal. Er wurde bereits zu vier Jahren Haft verurteilt. Jetzt geht es um Rauschgifthandel - auch in Marl.

Vor Gericht kennt sich der 30-jährige Mann aus Ahaus bestens aus. Es ist nicht lange her, dass er in Münster zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Seit Freitag steht er nun wieder vor Gericht. Diesmal in Essen. Es geht um Rauschgift. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte noch viel tiefer in der Drogenszene verstrickt war, als bislang angenommen. Im Fokus stehen dabei Abnehmer in Marl und Haltern. 

Es war der 11. November 2016, als sich der 30-Jährige im Münsterland mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd lieferte. Am Ende verlor er die Kontrolle über seinen Wagen, flog aus der Kurve, überschlug sich. In seinem Auto waren damals sieben Kilo Marihuana gefunden worden – plus Kokain und Amphetamin. Dafür war er später in Münster verurteilt worden.

Vom Kurierfahrer zum Händler in Marl

Die Richter waren damals davon ausgegangen, dass er einfach nur ein Kurierfahrer war. Das war aber offenbar falsch. Im aktuellen Prozess am Essener Landgericht hat der Angeklagte bereits gestanden, auch selbst Drogen verkauft zu haben. Endabnehmer war ein Alt-Hippie aus der Adolf-Grimme-Straße, der in seiner Hochhauswohnung einen schwunghaften Drogenhandel betrieben und außerdem selbst Kokain von Brasilien nach Marl geschmuggelt hat. Dafür ist er in einem früheren Prozess bereits zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

Einer seiner Marihuana-Lieferanten war der 30-Jährige, der nun auf der Anklagebank sitzt. Die genauen Mengen sind allerdings noch etwas strittig. Die Staatsanwaltschaft geht von rund 16 Kilo aus. Der Angeklagte meint, es könnte auch weniger gewesen sein.  

Extrem günstige Markenturnschuhe 

In Essen muss der Ahauser unter Einbeziehung des Urteils aus Münster nun mit einer Gesamtstrafe von fünf bis acht Jahren Haft rechnen. Der Kontakt zur Marler Drogenszene hatte für den 30-Jährigen übrigens noch einen weiteren Vorteil. Dort gab es nämlich auch extrem günstige Marken-Turnschuhe. Und die hatte er zum Prozess sogar extra angezogen. Das Urteil wird Anfang September erwartet.

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