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Vor Wohnen West ist mittags oft nur schwer ein Parkplatz zu finden. Die Bewohner sind genervt.

Gebühren

Parken vor Wohnen West in Marl ist oft Glückssache

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Etliche Marler sparen sich die Gebühren am Stern. Sie weichen auf Parkplätze in der Nähe aus – zum Leidwesen der Anwohner.

Parkgebühren sind in Marl fast schon ein Fremdwort. Über Jahrzehnte mussten die Marler nie fürs Parken in die Tasche greifen – vom Parkhaus vor der Paracelsus-Klinik mal abgesehen. 1999 wurden Parkuhren aufgestellt und schnell wieder abgeschafft. 2006 scheiterten Versuche mit Parkschein-Automaten am Volkspark. 

Nun müssen Kunden des Marler Sterns seit Ende November auf einigen Parkplätzen ab der zweiten Stunde Gebühren zahlen. Viele weigern sich, wollen weiter kostenlos einkaufen und weichen auf Parkplätze in der Umgebung aus.

Zusätzlicher Parkdruck in Marl 

Seither finden Anwohner von Wohnen West mittags nur schwer einen Parkplatz. „Reinsten Wahnsinn“ nennt eine Eigentümerin die Situation auf der Parkfläche vor dem Hochhaus. Durch die neue Kita ist dort zusätzlicher Parkdruck entstanden. 

Früher konnten die Wohnen-West-Eigentümer gegen eine geringe Gebühr in der Karstadt-Tiefgarage parken, sagt eine Anwohnerin. Wer einen Vertrag abgeschlossen hatte, konnten jederzeit ein- und ausfahren. Doch in den letzten Tagen werde es immer schwieriger, zur eigenen Wohnung zu gelangen.

Kräftiger Preisanstieg 

Etwa 40 Bewohner von Wohnen West leisten sich einen eigenen Stellplatz. Fürs insel-Parkhaus sollen sie künftig mehr Miete zahlen. Bisher waren es rund acht Euro im Monat, künftig sollen es 40 Euro oder mehr sein. Wie diese Parkplätze gekennzeichnet werden, war gestern nicht herauszufinden. 

Mitte Januar soll die Verkehrsführung vor Wohnen West geändert werden: Vom Creiler Platz aus werden die Autos vorbei an der Spindel des Parkhauses und an Wohnen West zur Hervester Straße geleitet. Auf das Park-Problem dürfte sich das aber kaum auswirken. 

Während in den Großstädten Parkgebühren selbstverständlich sind und Besucher der Düsseldorfer Altstadt sogar vier Euro pro Stunde bezahlen sollen, können sich Stern-Kunden nur schwer mit der Neuregelung anfreunden. Das zeigen Gespräche mit unserer Redaktion, Leserbriefe und Kommentare auf unserer Facebook-Seite (wir berichteten). Doch es gibt auch Marler, die Verständnis äußern. 

„Gigantischer Reparaturstau“ 

Die Fakt AG hatte angekündigt, insgesamt sechs bis acht Millionen Euro zu investieren, um beide marode Parkhäuser am Einkaufszentrum zu sanieren. Der Reparaturstau sei gigantisch gewesen, sagte Investor Hubert Schulte-Kemper, als er den Startschuss für den Umbau im Stern gab: „Die Parkgebühren sind dazu da, um das zu zahlen, was andere verschludert haben.“

Sehen Sie auch unser Video zum gebührenpflichtigen Parken.

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