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Buch- und Klangkunst sind hier eins: Besucherin Yvonne Hofmann hört und sieht "The Art Book Orchestra" (Das Kunstbuch-Orchester) von Konrad Korabiewski.

Medienkunst reizt optisch und akustisch

Besucher machen mit Büchern Musik

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MARL - Mit Büchern Musik machen – das können die Besucher in der neuen Ausstellung des Skulpturenmuseums Glaskasten. Blättern sie in einem der schön gestalteten Bücher von Konrad Korabiewski, dann ertönen elektronische Sphärenklänge, die der polnische Künstler komponierte.

Das „Kunstbuch-Orchester“ lädt gleichermaßen zum Lauschen und Schauen ein. Wie auch die übrigen Werke in der Ausstellung zu den Marler Medienkunstpreisen: 30 Künstler aus aller Welt präsentieren ihre von zwei Jurys ausgewählten Arbeiten, in denen sie sich mit dem Thema Raum auseinandersetzen. Schauplätze sind der Glaskasten und leer stehende Ladenlokale des Marler Sterns.

Im Museum gestaltete das Team um Direktor Georg Elben mit Zwischenwänden einen Parcours, der zum Flanieren einlädt. Auch die Treppe zum Keller wird zum passenden Schauplatz – für die Videomontage „Vertikale“: Der Berliner Ulu Braun führt seine Zuschauer in ungeahnte Höhen. Sein Video mit Zitaten aus Hollywood-Klassikern, Trickfilmen und Dokus beginnt in den Tiefen des Meeres, führt über Treppen, Aufzüge und Berge bis ins All. Während die „Helden“ der kurzen Clips stets hinaufsteigen, lässt Braun die Szenen abwärts nach unten laufen. So spürt der Betrachter die Aufwärtsbewegung geradezu körperlich.

Erstmals ist der insel-Saal Ausstellungsort. Hier erwartet die Besucher Kino auf großer Leinwand: Konrad Korabiewski und der Filmemacher Kristján Loðmfjörð aus Island nehmen sie mit auf eine Fahrt mit dem Schleppnetzkutter durchs Eismeer. Fast zwei Jahre lang haben die Künstler isländische Fischer auf ihren einwöchigen Fahrten begleitet. Acht Lautsprecher geben das Heulen des Windes, das Dröhnen des Motors im Raum wieder. Und die ehemalige isländische Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir liest aus dem Logbuch des Kapitäns als wäre es Poesie. Dazu sehen die Zuschauer Nahaufnahmen vom Maschinenraum, dem Schiffsbauch und der harten Arbeitswelt auf See. Nur die Kamerafahrt am Anfang durch die Nebelwand der Fjorde bis zum Bullauge des Schiffes weckt noch romantische Assoziationen.

Marler Medienkunst-Preise: dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr im Skulpturenmuseum Glaskasten, Creiler Platz 1. Eintritt frei. Eröffnung: Sonntag 12 Uhr. Bis 18. Januar 2015.

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